Symphonie der Gewerke

Ring Des NibelungenDramaturgie

Der Höhepunkt stand am Beginn: Für die Ring-Matinee zum Thema „Arbeit“ am vergangenen Sonntag entwickelte der Komponist Felix Leuschner mit Technikern der Bayerischen Staatsoper eine Klang-Performance mit dem Titel „Symphonie der Gewerke“. Eine Variation auf die Ambosse Nibelheims, produziert auf den alltäglichen Arbeitsgeräten der Kollegen von der Bühnentechnik, der Requisite und der Repertoireschneiderei.

Vor dem eisernen Vorhang fangen drei junge Frauen zu werkeln an. Der Vorhang hebt sich, die Bühne ist nebelverhangen. Acht Arbeiter stehen an acht Tischen, arbeiten. Nähmaschine, Feile, Hammer, Bohrer und Winkelschleifer geben Rhythmen vor, der Lärm ihrer Arbeit wird zur Musik. Nach einiger Zeit treten zwei Schlagzeuger aus dem Staatsorchester an die vordersten Tische. An Ambossen spielen sie den Rhythmus des Nibelungen-Themas aus Wagners „Rheingold“ in das Dröhnen der Werkzeuge hinein. Und als dann nacheinander alle Arbeiter abgegangen sind – ist Schluss. Der Soziologe Armin Nassehi winkt ab und beginnt zu sprechen. Über Wagner, über Arbeit im 19. Jahrhundert und heute, über den „Ring“.

Kommentare

  • Am 21.03.2012 um 23:16 Uhr schrieb lorenzodaponte

    Eine ganz ausgezeichnete Idee! Positiv zu vermerken auch, dass sie bei Teilen des sonntagvormittäglichen "Gourmet-"Publikums auf Widerspruch stieß.
    Das "Wer will fleißige Handwerker seh'n, ei, der muss in d'Oper geh'n..." gilt halt bei den "Kulinarikern" doch eher für "Meistersinger-Schuster", "Trovatore-Zigeuner" oder den "Waffenschmied". Ein ganz anderer, musikalischer Ansatz für so eine Veranstaltung wäre die Betrachtung von auskomponierten Arbeitsgeräuschen in Oper und Musik. Mossolow ist diesbezügl. ein Nachfolger Wagners.

    Bedauerlicherweise war der Zuschauerraum während der erschütternden Filmauschschnitte nicht ebenfalls so abgedunkelt wie zur Klang-Performance, so dass die Bildqualität für das "gewöhnliche" Publikum sehr zu wünschen übrig ließ.
    Dennoch ein hervorragendes Angebot! Vielen Dank! Bald wieder so etwas ungewöhnliches!

  • Am 21.03.2012 um 23:28 Uhr schrieb lorenzodaponte

    Sehr schade, dass Kriegenburg die Ambosse nicht auf die Bühne gestellt hat. Es hätte ausgezeichnet in sein Rheingold-Konzept gepasst.

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