Zu Besuch im Chorprobensaal

ChorProben

Als Opernchor beherrscht man sie selbstredend, all die Donizettis, Bellinis, Rossinis, Verdis, Puccinis und natürlich die Wagners: Das romantische Opernrepertoire dominiert den Spielplan der Bayerischen Staatsoper und verlangt von allen Sängerinnen und Sängern die entsprechende Fachkenntnis. Mit dem Chorkonzert am 23. Mai schaut sich unser Chor nun auch im romantischen Konzertrepertoire Europas um!

Ausgestattet mit seinem breiten Knowhow bleibt der Chor der Bayerischen Staatsoper damit zwar in der Epoche der Romantik verhaftet, wirft aber einen Blick über den Tellerrand der Opernwelt ins romantische Konzertrepertoire. Der Bariton Alfred Endres freut sich bereits über diesen Ausflug: „Wir können uns mit Kompositionen beschäftigen, die im Opernalltag sonst nicht vorkommen.“

Der Chor wird dabei in unterschiedlichen Besetzungen einstudiert. Gemeinsam mit Chorleiter Sören Eckhoff bringen die Sängerinnen und Sänger außerdem Näheres über die Art und Weise der Kompositionen und deren Aus- und Aufführungsmöglichkeiten in Erfahrung. Schumanns Zigeunerleben beispielsweise schafft gleich zu Beginn des Chorkonzerts eine ganz eigene Atmosphäre: Der Chor hat hier die Chance, Schumanns romantisierendes Idyll als lebendiges Klangbild zu gestalten. Die schlichten Brahms-Gesänge für Frauenchor verlangen höchste Präzision und einen harmonischen Zusammenklang mit den drei Instrumentalisten des Bayerischen Staatsorchesters, zwei Hornisten und einer Harfenistin. Für Karol Szymanowski braucht es für die Sängerinnen und Sänger einen speziellen Zugang: Die polnische Sprache mit ihren klanglichen Eigenheiten will ausreichend verinnerlicht sein. Für Claude Debussys Trois Chansons dagegen ist das emotionale Loslassen enorm wichtig.

Unterschiedliche Anforderungen also für jedes einzelne Stück, mit denen sich der Chor auseinander setzt. Tenor Michael Bauer meint dazu: „Das Chorkonzert gibt uns die Möglichkeit, dem Publikum zusätzliche Facetten unserer Fähigkeiten aufzuzeigen.“ Und natürlich geht es in der unterschiedlichen Beschäftigung immer wieder darum, den einen Klang als Kollektiv zu finden. Tenor Alexander Bassermann findet in seiner Arbeit Parallelen zum Fussball und meint: „Statt elf: 90 Freunde müsst ihr sein!“

Im zweiten Teil des Konzerts kehrt der Chor zurück in seine musikalische Heimat: Der Kreis schließt sich mit berühmten Opernchören von Wagner und Verdi.

Goethe beschreibt in seinem Wilhelm Meister die Aufbruchsstimmung, in der sich der Chor gerade befindet, sehr passend: Es ist eingepackt. Der Bote schnürt den Mantelsack auf das Reff. Noch ist die Sonne nicht aufgegangen… ich bin entschieden und entschlossen. Du sollst keine Klagen mehr hören; du sollst nur hören, was dem Wanderer begegnet. Intendant Nikolaus Bachler wird am 23. Mai Auszüge aus dem Roman lesen.

Wir freuen uns auf die Reise in neues Terrain! Die Proben für das Chorkonzert gehen jetzt in die Endphase - und die Ergebnisse sind am 23. Mai im Herkulessaal zu hören.

Impressionen aus dem Chorprobensaal

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