Wozzeck unter Wasser

WozzeckWasserNationaltheaterTechnik

Wasser auf der Bühne funktioniert immer. Ob es von oben regnet, fontänenartig spritzt oder ein Solist im Wasserbecken untertaucht – kaum etwas fasziniert Zuschauer im technischen Bereich mehr als eine nasse Bühne. Und trotz der vielen Inszenierungen an der Bayerischen Staatsoper, in denen es irgendwie feucht wurde, stellt Harald B. Thors Bühnenbild für Wozzeck doch ein Unikum dar: Knöcheltief ist die sichtbare Bühne mit Wasser bedeckt.

10.000 Liter braucht man, um den Bühnenboden zu fluten. Und dafür wiederum braucht es dicke Feuerwehrschläuche, damit die Befüllung innerhalb von 20 Minuten vonstatten geht. Schließlich kann das Wasser erst relativ kurz vor der Aufführung eingelassen werden – sonst würde es kalt. Mit 23 Grad ist es zwar ohnehin nicht besonders warm, aber doch ein wenig temperiert. Wir wollen ja nicht, dass sich jemand von den Solisten, vom Chor oder den Statisten eine Erkältung holt. Vor allem die Statisten gehen bei dieser Produktion aufs Ganze: Immer wieder knien sie im Wasser, fallen um oder spritzen sich nass.

Nach der Aufführung dann wird erst einmal gewischt. Auf der Seitenbühne und in den Fluren ist der Boden ganz schön nass geworden. Und das Wasser wird abgelassen. Auf der Unterbühne läuft es direkt in die Kanalisation. Davor wird es noch durch eine spezielle Anlage gefiltert – schließlich sind während der Aufführung allerhand Gegenstände im Wasser gelandet. Rund eine halbe Stunde dauert das Ablassen des Wassers, und die meisten unserer Bühnenhandwerker sind eingespannt, die Folie seitlich hochzuheben: 10.000 Liter = 10.000 Kilo! Erst, wenn das Wasser komplett abgelassen ist, kann mit dem Abbau des schwebenden Hauses begonnen werden. Aber das ist natürlich wieder eine andere Geschichte…

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