Was heißt frei sein?

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Was heißt frei sein? Sind die Figuren in der Oper „Jen?fa“ frei?

Elisabeth (16): Freiheit ist, wenn man sich nicht von anderen bestimmen lässt, im Denken und Tun, in dem, wie man sich gibt. Die eigenen Meinungen sind natürlich erstmal geprägt von den Eltern, aber letztendlich hat man doch, denke ich, einen freien Willen. Ich glaube in diesem Stück ist niemand wirklich frei, weil die sich alle gegenseitig so beeinflussen. Die richtige Freiheit gibt es da nicht.

Tabea (13): Freiheit ist, wenn ich selber bestimmen kann, was ich tue. Die freie Person ist wohl der Steva in dem Stück und die Unfreie glaub ich mal ist die Jen?fa.

Hanna (18): Ich bin freiwillig hier, wollte das unbedingt ansehen, weil das einfach mal eine etwas andere Thematik ist – so als Opernstoff. Ich denke nicht, dass ich frei bin, und zwar auch gar nicht vor mir selber; weil man immer so große Ansprüche an sich stellt, weil man die Ansprüche von anderen Leuten erfüllen möchte. Da bewegt man sich auf einem ganz schmalen Grat. Freiheit ist wohl ein Maßstab für innere Unabhängigkeit, und da bin ich definitiv nicht frei!
Die Personen in dem Stück haben ja alle ihre Lebensträume, aber sie schaffen es nicht die zu leben, weil sie unfrei sind. Sie haben sich zwar nur kleine Ziele gesteckt, aber auch die schaffen sie nicht! Ja, sie scheitern an sich und an der Gesellschaft.

Monika (17):Ich glaube, Jen?fa ist unfrei, weil sie so abhängig ist von ihrer Mutter und von ihrem Umfeld. Sie kann keine Entscheidungen für sich selber treffen, weil es einfach die Umstände nicht erlauben.

Sophia (15): Frei ist jemand, der von niemandem abhängig ist, der ganz aus sich heraus Entscheidungen trifft. Es ist schwierig so eine Definition von frei aufzustellen. Ich glaube in der Zeit, in der die Oper geschrieben wurde, war es schwieriger mit der Freiheit als heutzutage.

Lisa (14): Hm, ich weiß aber nicht, ob man heute wirklich so viel freier ist! Es fühlt sich vieles erst mal ganz frei an, ist es dann aber gar nicht… Man wird voll beeinflusst von so vielem.

Sophie (15): Steva ist relativ frei, er macht was er will. Er ist aber nicht glücklich! Ich glaube mit so viel Freiheit ist man nicht immer so glücklich… man ist eher mit Liebe glücklich! Die Jen?fa ist nicht frei und auch nicht glücklich.
Also berührt hat uns die Geschichte, schon, wegen der Schwangerschaft…

Leona (14): Freiheit hängt mit ganz vielem zusammen: mit dem Glauben, nehm ich mal an, mit der Familie, wie man mit Menschen umgeht. Die Jen?fa ist nicht frei, sie ist sehr verzweifelt, hat Angst um ihre Zukunft. Also, wenn ich in so einer Lage wäre, würde ich erst mal nachdenken und mich einer Person anvertrauen, die mir dann auch helfen kann. Ich würde Jen?fa raten, sich bei einer Freundin auszuweinen, das hilft einfach. Wenn man ein Kind bekommt, sollte man es auf alle Fälle aufziehen. Das ist schrecklich, dass die Ziehmutter Jen?fa das Kind wegnimmt und ertränkt. Aber auch heutzutage gibt es häufig solche Fälle, da werden Mädchen schon mal mit 13 schwanger.
Also, ich würde da schon schauen, dass ich verhüte und ich würde mit meiner Mutter darüber reden. Über Probleme reden ist einfach ganz wichtig.

Kadago (14): Ich glaube, die Küsterin ist nicht frei, sie hat jetzt noch mehr Probleme, weil die Jen?fa auch Probleme hat, und sie möchte sie beschützen. Deswegen ist alles so schwierig. Die Geschichte hat sich ja in den älteren Zeiten abgespielt. Ich würde der Küsterin einfach mal raten zu entspannen oder so.

Kann denn die Oper als Kunstform Themen, die euch berühren, wirklich nahe bringen?

Elisabeth (16) und Hanna (18): Ich meine, wenn man die Zeitung aufschlägt, hört man auch die wildesten Sachen… Schwiegermutter hat Kind ertränkt: Also, den Stoff kann man sich sehr gut in der alltäglichen Welt vorstellen. Die Auseinandersetzungen, die in der Oper stattfinden, sind schöner als im tatsächlichen Leben – und das ist das Faszinierende daran. Man geht in die Oper und freut sich, dass andere Menschen auch die Probleme haben, wie man selbst.
Es ist aber alles in einem schöneren Rahmen, und das hebt dann alles auf eine bedeutungsvollere Ebene.

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