Was haben Barbra Streisand, Bryn Terfel und die Christel von der Post gemeinsam?

Von allen dreien finden sich Versionen des berühmten Schubertlieds „An Silvia“ auf Youtube – und noch von vielen weiteren Interpreten. Pünktlich zum Start der Festspiel-Liederabende haben wir eine Youtube-Zusammenschau dieses Liedklassikers erstellt. Denn auch beim ersten Liederabend der Festspiel-Saison, Bryn Terfel & Malcolm Martineau, steht dieses Lied auf dem Programm. Eine parteiische, nicht repräsentative Auswahl eines Liedfans.

Bryn Terfel (Foto: Mitch Jenkins / DG)

Lange haben wir Euch auf die Folter gespannt, was Bryn Terfel wohl bei seinem Festspiel-Liederabend zum Besten geben wird. Nur das Programm für Erwin Schrott in concert: Tango Diablo halten wir noch länger unter Verschluss – aus gutem Grund: Erwin Schrott plant einen großen Überraschungsabend mit viel lateinamerikanischen Rhythmen und möchte vorab nicht zu viel verraten. Bryn Terfel schon: Er singt unter anderem Lieder von Johannes Brahms und Robert Schumann, Lieder aus Wales und aus den Songs of Travel von Ralph Vaughan Williams – und: natürlich Lieder von Schubert, dem Komponisten, der wohl am wesentlichsten zur Emanzipation des Liedes beigetragen hat. Ein Lied möchten wir nun im Rahmen dieses Blogartikels herausgreifen und unterschiedliche Interpretationen vorstellen: Das Lied An Sylvia.

Schubert komponierte das Lied im Juli 1826, vielleicht bei ähnlich heißen Temperaturen wie bei uns gerade. Die Textvorlage entstammt von William Shakespeare aus dem Theaterstück Zwei Herren aus Verona und diese wurde ziemlich frei eingedeutscht von Eduard von Bauernfeld. Schubert hatte angeblich in einem Biergarten die Idee für die Melodie und soll diese auf der Rückseite einer Speisekarte notiert haben. Das Manuskript ist natürlich in „saubererer“ Form erhalten: in der Wienbibliothek sowie digital .

Wie klingt nun dieses Lied? Bryn Terfel selbst hat das Lied 2007 gemeinsam mit dem Pianisten des Festspiel-Liederabends Malcom Martineau eingespielt.


Ich selbst habe das Lied zum ersten Mal in einer Aufnahme von Fritz Wunderlich gehört: in der berühmten Aufnahme seines Liederabends bei den Salzburger Festspielen am 19. August 1965, an dem danach noch die Dichterliebe auf dem Programm stand.

Vielleicht hat Wunderlich von seinem guten Freund Hermann Prey Interpretationshinweise erhalten? Hier dessen Interpretation von 1962:

Deutlich langsamer nimmt Jussi Bjoerling das Lied – hier übrigens in einer Orchesterfassung:

Auch in einer Orchesterfassung, aber aus diesem Jahrzehnt, entstammt die Aufnahme von Matthias Goerne mit den Berliner Philharmonikern unter Manfred Honeck:

Natürlich haben auch viele Frauen das Lied gesungen – so zum Beispiel Brigitte Fassbaender…

… oder Lucia Popp – diese sicher mit dem ausgeprägtesten „L“ in „Sylvia“.

Und lassen Sie sich nicht irritieren: Auch in diesem Video singt Lucia Popp, bebildert sehen Sie allerdings die Christel von der Post – warum das so ist, wird uns auch nicht ganz klar.

Philipp Jaroussky hat das Lied gesungen…

… und auch mit noch deutlich jüngeren „Knabenstimmen” wurde das Lied eingespielt:

Man ist sich nicht einig, ob das Lied eine ernstgemeinte Ode an eine Frau Namens Sylvia ist – oder nur eine Parodie auf klassische Liebessonette. Lustige und ausgefallene Versionen finden sich im Netz auf alle Fälle. Sei es als Ukulele-Version…

… oder von Barbra Streisand:

Wer von Ihnen aus dem angloamerikanischen Raum stammt und noch ein wenig Unterstützung bei der Aussprache des Textes braucht, findet hier das richtige:

Und wer es jetzt selbst probieren möchte: Hier geht’s zur Karaoke-Version, viel Spaß beim Ausprobieren:

Sie haben noch ein paar Tage Zeit – dann können Sie beim Festspiel-Liederabend von Bryn Terfel und Malcom Martineau (ganz leise!) ein wenig mitbrummen…

 

Liederabend Bryn Terfel & Malcom Martineau 
Do, 11. Juli 2019, 20.00 Uhr
Nationaltheater
 

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