So waren die Ferien im Nationaltheater

NationaltheaterTheaterferienKronleuchter

Die Bayerische Staatsoper hat fünf Wochen Theaterferien hinter sich. Das Nationaltheater lag während dieser Zeit also im Dornröschenschlaf? Keineswegs! Wenn nämlich nach der letzten Vorstellung der Saison am 31. Juli das Bühnenbild der abendlichen Aufführung abgebaut und ins Magazin nach Poing verfrachtet wurde, wenn die Mitarbeiter des Hauses einander schöne Ferien gewünscht haben und der eiserne Vorhang heruntergelassen ist, dann übernehmen die Handwerker das Nationaltheater.

Ungewohnt sieht es dann aus, wenn man in der folgenden Zeit durch's Haus geht: Die Porträts und Büsten im Vorderhaus sind mit blauen Müllsäcken überzogen, um sie vor Staub zu schützen. Die Beleuchtungstraversen sind zur Revision bis auf den Bühnenboden heruntergelassen. Überall wird gewerkelt, gebohrt und gehämmert. Böden werden herausgerissen, Türen aus- und eingebaut und Wände gestrichen. Kurz: Alle Arbeiten, die während des normalen Spielbetriebs nicht möglich sind, werden nun erledigt.

Gleich am 1. August ging's an eine der größten Aufgaben: In nur zwei Tagen wurden alle Sitze aus dem zweiten und dritten Rang sowie der Galerie des Nationaltheaters entfernt. Seit 1963 waren die Stühle nun in Gebrauch, und mit den beiden obersten Etagen des Hauses ist der Austausch aller Sitze des Nationaltheaters nun vollbracht. Übrigens sind immer noch Sitze im Rahmen unseres Stuhlverkaufs erhältlich!

Nach sieben Jahren war diesen Sommer außerdem wieder eine umfassende Reinigung des großen Lüsters im Zuschauerraum nötig. Normalerweise ist diese alle fünf Jahre fällig, wegen des Stuhlausbaus während der letzten drei Spielzeitpausen musste die Reinigung jedoch verschoben werden. Extra dafür engagiert wurde eine Reinigungsfirma aus Uslar, die auf die Reinigung von Kronleuchtern spezialisiert ist und europaweit tätig ist. Alle Lüster des Vorderhauses nahmen sich die Spezialisten vor, und allein für die Säuberung des großen Leuchters im Zuschauerraum benötigten zwei Personen drei Tage.

Nachdem die Parkettsitze mit einer Folie abgedeckt und die Glühbirnen im Leuchter mit kleinen Plastiktütchen überzogen wurden, ging's los: Mit insgesamt 630 Litern Wasser wurde jedes einzelne Prisma des Leuchters mit einer Spezialdüse abgespritzt. Bei dieser Gelegenheit wurden außerdem alle defekten Glühlampen ausgetauscht und der Halt der einzelnen Kristallteile (die natürlich jeweils zweifach befestigt sind!) überprüft.

Nun strahlt der Leuchter also wieder wie neu - und mit ihm das ganze Haus. Wir wünschen Ihnen, unseren Zuschauerinnen und Zuschauern, und uns eine spannende, schöne und bewegende neue Saison im Nationaltheater.

Möge die Spielzeit strahlen wie unser Kronleuchter!

Kommentare

  • Am 29.09.2014 um 14:47 Uhr schrieb orfeo

    Zum Greifen nah

    Die Bilder von unserem wundervollen Kronleuchter - dem Boden und zum Greifen nah - sind so ungewöhnlich wie schön. Ich würd ihn auch gar zu gern mal streicheln. Dafür, dass er jahraus, jahrein so festlich strahlt, glitzert und leuchtet :).

  • Am 30.09.2014 um 09:31 Uhr schrieb Robert

    Saubere Sache

    Beeindruckend! Das sind ja tolle Bilder! Wie groß der ohnehin schon gigantische Lüster hier in der Nahaufnahme wirkt... Dann Euch eine strahlende Spielzeit.

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