So war die Patenschaftswoche 2014

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Seit einigen Jahren bereits lädt die Bayerische Staatsoper zum Patenschaftsprojekt: Jugendliche, die noch nie im Nationaltheater waren, treffen auf erfahrene Opern- und Ballettbesucher und erleben zum ersten Mal eine Vorstellung an der Bayerischen Staatsoper. Im Februar war es wieder soweit und 50 Paare aus Opern- oder Ballettnovizen und alten Hasen wurden gebildet. Mit dabei war diesmal eine ganze Wohngemeinschaft aus München. Hier erzählen die vier „Patenkinder“, wie sie ihren ersten Opernbesuch fanden.

Einer dieser Abende: Wir sitzen zu viert bei uns in der WG-Küche. Bier und Wein sind auch dabei. Dann kommt die Idee auf: Lass mal schick anziehen und dann was Cooles, Außergewöhnliches machen… Aber was? Was können vier Studenten, alle relativ flexibel, gemeinsam unternehmen, wofür es sich lohnt, das längst verstaubte Festtagsgewand der Abifeier wieder hervorzukramen…? Wie wäre es mit Oper? Wir gehen in die Oper!

Kurze Zeit später stolpert zufällig einer von uns über das Patenschaftsprojekt der Bayerischen Staatsoper. Ohne Genaueres zu wissen, melden wir uns gleich an. Obwohl wir die Frist nicht ganz eingehalten haben, bekommen wir direkt eine nette und ausführliche Antwort: Jedem von uns wird eine Patin oder ein Pate mit viel Opernerfahrung zur Seite gestellt, von dem wir fachkundig an die „Welt der Oper“ heranführt werden.

Schon bald findet das Kennenlerntreffen in den prunkvollen Räumlichkeiten der Staatsoper statt. Wir sind natürlich mächtig gespannt auf unsere Patinnen und Paten und deren Opern-Know-how. Noch bevor wir diese kennenlernen, machen wir Bekanntschaft mit den anderen Patenkindern. Bei einem Gläschen Sekt ist es dann soweit: In bester Blind-Date-Manier treffen wir zum ersten Mal auf unsere Begleitung für den großen Abend in einer Woche. Auf den Sesseln der „Königsloge“ beginnen wir gemeinsam mit einer Einführung in die Geschichte des Hauses. In den folgenden drei Stunden werden uns Einblicke in die unterschiedlichen Räume, Proben und die komplexen Abläufe einer Operninszenierung gewährt. Erste Annäherungen. Das letzte Eis wird dann nach einem Privatkonzert endgültig gebrochen.

„Ok, treffen uns dann am Donnerstag vor der linken Säule um kurz vor 6…?“ – „Perfekt! Ich freue mich drauf!“

Der große Tag. Früher als gewohnt trudelt jeder mit Aufregung in der WG ein, um sich in Schale zu schmeißen und gegenseitig zu bestaunen, denn wir wollen pünktlich sein.

Angekommen. Nachdem sich jedes Paar gefunden hat, kommen wir alle zur privaten Crash-Kurs-Einführung unseres Stückes zusammen: „La clemenza di Tito“ von W. A. Mozart. Bestens vorbereitet bleibt nur noch Zeit für einen schnellen Sekt und schon erklingt die erste Glocke, die alle zu ihren Plätzen bittet. Es geht los …

Ganz aufmerksam versuchen wir alle Details zu registrieren. Die Bühne. Die Kostüme. Die Perücken. Die Musiker. Den Raum. Den Klang. Alles. Es braucht ein wenig Zeit, um sich drauf einzulassen. Aber dann richtig: Problemlos folgt man dem Inhalt. Vor dem bewegenden zweiten Teil, in dem die Großmut über die Rachsucht siegt, können wir uns in der Pause ein Bild über das Publikum machen.

Beeindruckt verlassen wir nach dem „Spektakel“ den Opernsaal, verabschieden uns herzlich von unseren Patinnen und Paten und steigen in die U-Bahn.

Bilanz ziehen wir in der WG-Küche. Schnell sind wir uns darüber einig, einen großartigen Abend verbracht zu haben, mit einem inhaltlich zeitlosen Stück, das sich keineswegs „nur“ an ältere „Herrschaften“ richtet, sondern genauso auch an jüngere Menschen unseres Alters.

Das Patenschaftsprojekt hat es uns ermöglicht die Oper auf angenehme und unkomplizierte Weise kennenzulernen. Interesse auf mehr wurde geweckt: noch am selben Abend haben wir mit unseren Patinnen und Paten weitere Besuche der Staatsoper ins Auge gefasst.

Wir bedanken uns bei dem Team des Kinder- und Jugendprogramms sowie den Paten für die tolle Aktion. Gerne wieder!

Kommentare

  • Am 08.03.2014 um 10:03 Uhr schrieb star galaxy

    Hallo. Ich muss sagen das projekt ist echt Supper. Macht weiter so.. LG

  • Am 08.03.2014 um 23:51 Uhr schrieb Novice

    Ich finde das sehr charmant: "für Jugendliche (zwischen 16 und 30 Jahren)" - wer kann da noch sagen, dass Oper nur was für alte Leute ist.

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