Prozessor probt: Und dreht sich.

24.02.2017

Der Prozessor II beginnt mit seinen Proben und wir sind mit dabei: Diesmal bei der Erkundung des Tenorseins auf einer Drehscheibe.

Unser „gefangener“ Tenor Richard Resch und der Korrepetitor Benjamin Spa sind direkt mit uns in die Partie des Florestan eingestiegen. Die ersten Drehungen sind gefahren, die ersten Noten gespielt und die McGraw-Probebühne hat heute schon mehrere Male Florestans "Gott, welch dunkel hier" zu hören bekommen. Wir haben uns vor allem gefragt, wie unsere Version einer Florestan-Arie klingen kann und wie man sich eigentlich von einer Befreiungsoper befreit? Die Proben zu „Prozessor II“ haben begonnen!




Prozessor – eine Forschungsreihe von AGORA

Das junge Musiktheaterkollektiv AGORA ist in der Saison 2016/17 dazu eingeladen, ein besonderes Experiment an der Bayerischen Staatsoper zu wagen: Was passiert, wenn wir als Besucher aus unserem gewohnten Opernerlebnis ausbrechen? Wenn wir von den Sitzen springen und das Dunkel des Zuschauerraums verlassen? Wenn wir uns der führenden Hand der Regie widersetzen?

Ein Opernbesuch ist ein sinnliches Erlebnis: Beeindruckende Bühnenbilder, das Spiel der Darsteller, Kostüme und das Scheinwerferlicht lenken das Auge. Die musikalische Interpretation des Werkes, die Stimmen der Sänger sowie der vielschichtige Klang des Orchesters erreichen uns auf akustischem Wege. Erst das Zusammenspiel all dieser Reize sorgt für die Faszination der Gattung Oper. Doch was passiert, wenn wir als Rezipienten einen dieser Reize fokussieren oder aber gezielt auf ihn verzichten?

In ihren Forschungsabenden Prozessor I-III lädt das Musiktheaterkollektiv AGORA dazu ein, die Oper neu kennenzulernen und sich von festgefahrenen Gewohnheiten und auch von liebgewonnenen Ritualen zu „befreien”. Und welche Oper wäre für ein solches Experiment passender, als Beethovens Befreiungsoper Fidelio!

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