Prozessor I-III: Eine unmögliche Enzyklopädie zu Fidelio

11.10.2016

Das junge Musiktheaterkollektiv AGORA ist in der Saison 2016/17 dazu eingeladen, ein besonderes Experiment an der Bayerischen Staatsoper zu wagen: Was passiert, wenn wir als Besucher aus unserem gewohnten Opernerlebnis ausbrechen? Wenn wir von den Sitzen springen und das Dunkel des Zuschauerraums verlassen? Wenn wir uns der führenden Hand der Regie widersetzen?

Ein Opernbesuch ist ein sinnliches Erlebnis und das in vielerlei Hinsicht: Beeindruckende Bühnenbilder, das Spiel der Darsteller, Kostüme und das Scheinwerferlicht lenken das Auge. Die musikalische Interpretation des Werkes, die Stimmen der Sänger sowie der vielschichtige Klang des Orchesters erreichen uns auf akustischem Wege. Erst das Zusammenspiel all dieser Reize sorgt für die Faszination der Gattung Oper. Doch was passiert, wenn wir als Rezipienten einen dieser Reize fokussieren oder aber gezielt auf ihn verzichten?

In ihren Forschungsabenden Prozessor I-III lädt das Musiktheaterkollektiv AGORA dazu ein, die Oper neu kennenzulernen und sich von festgefahrenen Gewohnheiten und auch von liebgewonnenen Ritualen zu „befreien”. Und welche Oper wäre für ein solches Experiment passender, als Beethovens Befreiungsoper Fidelio!

So fand Prozessor I zeitgleich zu den Fidelio-Aufführungen im Oktober 2016 statt. Die Zuschauer wurden Backstage dazu eingeladen, via Smartphone und Tablet ganz neue visuelle Perspektiven auf die Inszenierung zu werfen. Die spannende Frage im Hintergrund war dabei stets, wie frei die Wahl der eigenen Perspektive wirklich ist und wie sich die Aufmerksamkeit gezielt steuern lässt.

Im Prozessor II (am 3. März 2017) wird der Text der Oper und sein Einfluss auf die Handlung unter die Lupe genommen und szenisch in neue Zusammenhänge gebracht werden.

Der Prozessor III – im Mai 2017 geplant – wird dann unsere akustische Wahrnehmung mit Hilfe von 4-D-Soundinstallationen einer Reihe von Untersuchungen unterziehen. Wie schon in der ersten Versuchsphase im Oktober wird auch bei den Folgeveranstaltungen wieder Beethovens Fidelio als „Versuchsobjekt“ dienen.

Alle aufgeschlossenen Opernliebhaber, aber auch Opernskeptiker, Opernneulinge und Opernverweigerer sind herzlich dazu eingeladen, an diesem Projekt teilzunehmen und ihre Sicht der Dinge in die Untersuchungen einzubringen!  Die genauen Termine der Vorstellungen werden in Kürze bekannt gegeben. Und wer nicht persönlich dabei sein kann: Während der Opernfestspiele wird sich die Gelegenheit bieten, die verschiedenen Experimente und die gewonnenen Erkenntnisse nochmal Revue passieren zu lassen. Auch dazu bald mehr an dieser Stelle!


Wir haben unsere Besucher vom 6. Oktober 2016 um ihr Feedback zum Prozessor I gebeten – ganz klassisch mit Stift und Papier (analog) oder digital via Twitter über den Hashtag #BSOprozessor. Sehen Sie hier eine Auswahl der schönsten Rückmeldungen:

Analoges Feedback zum Prozessor I ...

... und digitales Feedback zum Prozessor I

„Johannes Lachermeier” via Twitter
„benibartolini” via Instagram
„Robert Braunmüller” via Twitter
„Fanny Guhl” via Twitter
„Johannes Lachermeier” via Twitter
„Philomena P.” via Twitter
„Simone Theilacker” via Twitter
„Unwind” via Twitter

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