„Oper für alle“ zwischen Regenschirm und Sonnencreme

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8. Juli
Oper für alle: Fidelio

18 Uhr: Ankunft. Gut gelaunte Opernfreunde besiedeln den Max-Joseph-Platz, in heiterer Picknickstimmung mit Thomas Gottschalk flirtend. Hunderte kämpfen noch mit dem Security-Personal um den Einlass – wir glücklichweise nicht, denn wir sind mit Presseausweisen ausgestattet.

19.30 Uhr: ein Blick aus dem Spatenhaus auf den Platz verrät: „Die Sonne scheint, die Oper glänzt, das Publikum strahlt! Noch 30 Minuten…“ – erster Funkspruch auf Facebook und Twitter.

20 Uhr: „Auf die Plätze, Fidelio los!“. Mittlerweile tummeln sich nicht nur Tausende vor der Leinwand auf dem Platz, sondern auch der Live-Stream wird vor den Bildschirmen zu Hause rege verfolgt. Am Ende werden die Online-Übertragung über 100.000 Personen weltweit gesehen haben!
Der Abend hätte für uns so entspannt verlaufen können, hätte uns nicht die Technik ein Schnippchen geschlagen. Smartphones sind einem solchen kulturellen Anspruch anscheinend nicht gewachsen und so hieß es: Fotos schießen, hinauf ins Büro der Internetredaktion laufen, Eindrücke posten und das Ganze wieder von vorne. Kurze Verschnaufpause in entspannter Atmosphäre bei den Fideliopiraten im Pavillon 21.

21.30 Uhr: Es ist dunkel und die Leinwand auf dem Max-Joseph-Platz kann endlich ihren ganzen Charme spielen lassen. Doch leider hielt die Freude über diesen leuchtenden Anblick nur eine knappe Stunde an. Denn dann galt die Aufmerksamkeit vieler Besucher dem Himmel, der seine Schleusen öffnete. Die meisten Zuschauer jedoch hielten tapfer bis zum Ende der Aufführung im Platzregen durch. Ein schöner Abend mit Beethoven klingt feuchtfröhlich aus.

9. Juli
Festspiel-Konzert „Oper für alle“

Der nächste Tag lässt ähnliches vermuten, denn schon bei Ankunft liegt eine Unwetterwarnung vor. Diese hält Konzertbegeisterte, Orchester und Organisatoren jedoch nicht davon ab, am Samstag einen erneuten Versuch zu starten, unter freiem Himmel Musik in die Luft zu zaubern. Auch wir mischen uns unters Volk, diesmal ausschließlich mit Kamera ausgerüstet. Eine nette Dame in Rosa schwärmt begeistert vom gestrigen Abend und ist heute besonders früh angereist. Die Familie neben ihr ist heute zum ersten Mal dabei und besonders die Kleinen freuen sich auf das Konzert. Weiter hinten kommt gerade eine Gruppe von vier jungen Menschen an, die trotz nur eines Regenschirmes dem Abend gelassen entgegen schaut. Mitten im Getümmel treffen wir drei fröhliche Damen, die gestern dem Regen bis zum Ende getrotzt haben und sich heute besonders auf Kent Nagano freuen.

Und dann ging alles ganz schnell… 19.18 Uhr: erster Donner, 19.23 Uhr: erster Regentropfen, 19.35 Uhr: erste Anprobe der Regenjacken und 19.37 Uhr: Der Platz füllt sich mit einem Meer aus bunten Regenschirmen! Trotzdem herrscht eine lockere Atmosphäre und pünktlich zum Konzertbeginn ist der Wolkenbruch vorüber. Den Einstieg gab ATTACCA, das Jugendorchester des Bayerischen Staatsorchesters mit Mussorgskys Nacht auf dem kahlen Berge. Darauf folgten Werke von Wagner und Strauss, gespielt vom Bayerischen Staatsorchester. Doch Brahms’ 4. Symphonie fiel dann leider dem Unwillen Petrus’ zum Opfer.

Und so lautete unser letzter Post dieses Abends: „Immerhin den Großteil des Programms haben wir trocken geschafft. Aber leider wurde uns der krönende Abschluss des Abends verhagelt – und wir mussten frühzeitig abbrechen… Danke an alle, die beim OPER FÜR ALLE-Konzert so tapfer durchgehalten haben!“

Kommentare

  • Am 11.07.2011 um 19:02 Uhr schrieb Klaus Meierhold

    Habe in Buenos Aires, im fernen Argentinien, die hervorragende Fidelio Aufführung genoießen dürfen.Lassen sie uns bitte an weiteren Opern/Konzertevia Life Stream teilhaben! Herzlichen Dank!
    Klaus Meierhold

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