#nothingbutlove: Probenfeeling mit Dustin Klein

27.06.2017

Beim Ballettabend - Junge Choreographen, der ab der Spielzeit 2016/2017 wieder jährlich in der Festspielzeit auf dem Programm stehen soll, zeigen am 30. Juni 2017 vier Nachwuchstalente aus der Compagnie des Bayerischen Staatsballett und aus drei anderen Häusern dem Münchner Publikum ihre Kreationen.

Mit Discovery nimmt Andrey Kaydanovskiy (Wiener Staatsballett) den Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise der menschlichen Evolutionsgeschichte. Benoît Favre (Ballett Zürich) sucht mit Out of place nach einer andächtigen, fast zärtlichen Harmonie der Bewegungen, während Anton Pimonov (Mariinsky Theater) mit Marimba Dances dem klassischen Ballett zwar am ehesten die Hand reicht, seine Choreographie aber auf erfrischende Weise modernisiert und die Tänzer zu einer zeitgenössischen Emotionalität zu führen weiß. Das Quartett der Jungen Choreographen komplettiert der Münchner Dustin Klein, dessen Stück Mama, ich kann fliegen „Hohes“ erwarten lässt.

Wenige Tagevor der Premiere proben alle vier Choreographen, verteilt auf die vielen Ballettsäle am Platzl und im Haupthaus, beinahe gleichzeitig mit dem Ensemble des Bayerischen Staatsballetts.
Der Titel Mama, ich kann fliegen hat meine Neugier geweckt. Ich will wissen, was sich dahinter verbirgt und freue mich, dass Dustin Klein mir erlaubt, bei der Probe zuzusehen. Der bleibende Eindruck: absolut beflügelnd!

Zur Begrüßung und Stimmungshebung drückt Dustin Klein jedem Tänzer eine große Aprikose mit den Worten „nothing but love“ in die Hand; dann geht es los.
In der letzten Probenphase, jetzt so knapp vor der Premiere, scheinen alle Tänzer die außergewöhnlichen Bewegungsabläufe und spielerisch-mystische Stimmung des Stückes bereits vollständig erfasst und verinnerlicht zu haben und dennoch ist noch nicht alles in Stein gemeißelt. Tänzer und Choreograph feilen gemeinsam an Gefühlen und Ausdrucksweisen. Neue Ideen und Geistesblitze werden ausprobiert. Das herzliche Miteinander scheint hier an oberster Stelle zu stehen.

Dustin Klein, Nicha Rodboon (© Wilfried Hösl)
Dustin Klein, Nicha Rodboon (© Wilfried Hösl)
Maria Daniela Munoz, Nicha Rodboon (© Wilfried Hösl)
Maria Daniela Munoz, Nicha Rodboon (© Wilfried Hösl)

Bei der musikalischen Begleitung greift der junge Choreograph Dustin Klein zu ebenso innovativen Methoden wie bei seiner Bewegungswahl. Debussys Claire de Lune und Beethovens Mondscheinsonate bieten einen spannenden Kontrast zu gerade aktuellen Klängen elektronischer MusikIch erwische mich dabei, mitzusummen.

In der Probe selbst führt Dustin seine Tänzer auch durch Klang-Nachahmungen wie „Kxching“, „Wwuschth“ oder „Schprooong“ bei der Hand, was Kindheitserinnerungen wach werden lässt. Hat man doch früher beim Spielen nicht ganz ähnliche Geräusche gemacht, um gewisse Situationen zu beschreiben und nachzuahmen? Wie passend: Die Kreation Mama, ich kann fliegen spielt gerade mit der kindlichen Natur des Menschen und stellt dabei ganz essentielle Fragen zum menschlichen Wesen. Wie können wir uns erheben? Loslassen? Eben: Fliegen!


Die Probe mit Dustin Klein und seinen Tänzern beflügelt, seine Kreation ist sowohl erheiternd als auch bewegend und harmoniert bestens mit den Stücken seiner Mit-Choreographen Andrey Kaydanovskiy, Benoît Favre und Anton Pimonov – ideale Voraussetzungen für einen gelungenen Vorstellungsabend!

Überzeugt Euch selbst – der Countdown zur Premiere am 30.06.17 läuft.
Karten zu allen Vorstellungen findet ihr hier.

 

Isabella Zimmer

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