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Lernt vier Komponisten kennen, die für eine Ensemble-Kombination aus Hörnern und Streichern komponierten. Der Hornist Franz Draxinger hat auch maßgeblich die Auswahl des Programms beeinflusst. Mit ihm spielen Wolfram Sirotek (Horn), Dorothea Ebert (Violine), Katrin Fechter (Violine), Clemens Gordon (Viola), Benedikt Don Strohmeier (Violoncello) und Thomas Herbst (Kontrabass) Werke von Komponisten quer durch die Zeitgeschichte, die sicherlich nicht jedem geläufig sind: York Bowen, Anton Reicha, Peter von Winter und Trygve Madsen.

Von allen vier Komponisten haben wir einen kleinen Steckbrief erstellt, damit Ihr euch schon jetzt ein erstes Bild von der sonntäglichen Kammerkonzertmatinee am 15. April in der Allerheiligen Hofkirche machen können:

Peter von Winter

Peter von Winter

Lebensdaten: 28. August 1754 in Mannheim – 17. Oktober 1825 in München

Für den Smalltalk in der Pause: Peter von Winter war selbst Violinist und Kontrabassist. Er genoss Unterricht bei Antonio Salieri und war in München Hofkapellmeister für Vokalmusik. Aus dieser Stellung heraus gründete er 1811 die Musikalische Akademie. Bis heute ist die Musikalische Akademie des Bayerischen Staatsorchesters Veranstalter aller Akademiekonzerte. Er kann also gewissermaßen als Urvater unseres Staatsorchesters bezeichnet werden. Außerdem gut zu wissen: Peter von Winters Oper Das Labyrinth ist eine Fortsetzung von Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte.

Zum WerkPeter von Winters Sextett in F-Dur für 2 Hörner, 2 Violinen, Viola und Bass entstand um 1795 und war lange Zeit verschollen. Erst vor etwa zehn Jahren wurde es wieder veröffentlicht – nach einer Abschrift aus der Sammlung des Franz Zwierzinas in der Bibliothek von Oettingen-Wallerstein, in deren Verzeichnis das Stück mitsamt einem Schwesterwerk als „2 Sextuors von Kapellmeister Winter von vorzüglicher Komposition“ genannt wird. In unserem Konzert ist dieses Mini-Doppelkonzert von Mozarts Quasi-Nachfolger nun wiederzuentdecken.

York Bowen

Photograph by Herbert Hughes, 1935. McCann Collection, ©Royal Academy of Music.

Lebensdaten: 22. Februar 1884 in London – 23. November 1961

Für den Smalltalk in der Pause: Schon mit 14 Jahren wurde Bowen an der Royal Academy for Music aufgenommen. Mit 19 Jahren spielte er selbst bei den Proms die Uraufführung seines Klavierkonzerts. Diesem Abend soll auch Camille Saint-Saëns beigewohnt haben, der Bowen als einen der bedeutendsten englischen Komponisten gelobt hat. Während des Ersten Weltkriegs war Bowen Hornist in der schottischen Garde, daher rührt vermutlich auch sein Interesse für das erweitere Quintett.

Zum Werk: Bowen hat neben einer Sonate und einem Konzert für Horn auch das Quintett c-Moll op. 85 für Horn und Streichquartett geschrieben, das  leider selbst unter Hornisten wenig bekannt ist. Seine Musik orientiert sich stilistisch insgesamt an den großen Romantikern, weshalb er bis heute auch gerne als „Der englische Rachmaninow“ beschrieben wird.

Anton Reicha

Anton Reicha (1815) by Claude-Marie-François Dien (1787-1865)

Lebensdaten: 26. Februar 1770 in Prag – 28. Mai 1836 in Paris

Für den Smalltalk in der Pause: Anton Reichas Vater war Stadtpfeifer in Prag. Nachdem dieser sehr früh verstarb, wurde er von seinem Onkel adoptiert, der ihn in Geige, Flöte, Klavier und Tonsatz unterrichtete. Im Bonner Hoforchester nahm er die Position der zweiten Flöte ein und lernte dabei Ludwig van Beethoven kennen, der zu diesem Zeitpunkt als Bratscher engagiert war. In späteren Jahren unterrichtete er als Lehrer u.a. Hector Berlioz, Franz Liszt, Charles Gounod und César Franck. Bis heute werden Reichas Anmerkungen der Kompositionslehre noch als Unterrichtsmaterial herangezogen.

Zum Werk: Reicha ist der "Mozart" der Bläser, und speziell das Grand Quintet E-Dur op. 106 für Horn, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass ist im Horn sehr virtuos gehalten – insbesondere wenn man bedenkt, dass es noch für Naturhorn geschrieben ist.

Trygve Madsen

Trygve Madsen

Lebensdaten: 15. Februar 1940 in Fredrikstad (Norwegen)

Für den Smalltalk in der Pause: Trygve Madsen hatte schon immer ein sehr breites musikalisches Interesse. Von Bach über Tschaikowsky bis zurück zu Mozart und Haydn haben ihn auch Werke für Jazz- Klavier fasziniert. Diese vielfältige Mischung ist in seinen Stücken stark erkennbar. Madsen komponierte sein erstes Werk mit gerade einmal sieben Jahren. Er gilt als einer der produktivsten norwegischen Komponisten.

Zum Werk: Eine kleine Jagdmusik von Madsen ist eine kurze Zugabe, dauert nur etwa vier Minuten, und der Komponist verarbeitet einige bekannte Themen. Woraus diese Themen entnommen sind, dazu ist der Zuhörer eingeladen, selbst zu rätseln …


5. Kammerkonzert
15. April 2018, 11.00 Uhr Karten
Allerheiligen Hofkirche

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