Mutti und Winnie gehen in die Oper

PublikumEugen Onegin

Im schwul-lesbischen Nachtleben Münchens sind die beiden eine feste Größe: Die Drag Queens Mutti und Winnie fungieren im NY.Club für die Feierwilligen der Stadt als Hosts. Nun waren die beiden bei einer Vorstellung von Tschaikowskys Eugen Onegin auch in der Staatsoper Gastgeberinnen für rund 20 Besucher, denen LEO, das queere Stadtmagazin für München, ein Kartenkontingent reserviert hatte.

Ein ungewöhnliches Bild gaben Mutti und Winnie in den Foyers des Nationaltheaters definitiv ab: So groß gewachsene, opulent frisierte Damen sind nicht täglich unter den Zuschauern des Hauses zu sehen. Und so ließen sich viele Besucher vor der Aufführung und in der Pause mit den beiden Travestiekünstlerinnen fotografieren.

Und wie hat’s den Damen gefallen? „Warum bei der Szene mit den Cowboys ein paar Zuschauer buhen mussten, habe ich nicht verstanden. Die Jungs waren doch so knackig“, meinte Mutti nach der Vorstellung. Auch die anderen Besucher zeigten sich begeistert von Krzysztof Warlikowskis Regiekonzept, das die Beziehung zwischen Lenski und Onegin als unterdrückte homosexuelle Liebe deutet.

In jedem Fall wollen Mutti und Winnie wieder kommen – und freuen sich über viele Begleiter. Näheres zu weiteren Besuchen gibt es demnächst im LEO zu lesen!

Mehr Bilder von Winnies und Muttis Opernbesuch

Kommentare

  • Am 07.01.2014 um 21:35 Uhr schrieb ALEX

    Danke, dass Ihr da gewesen seid!!!
    Wir hatten im Parkett zwei Plätze 1. Reihe Mitte und die komplette erste Reihe der Königsloge und haben an diesem legendären Abend fleißig mit "Bravo" die Buh-Rufe niedergebügelt.
    Seid versichert:
    Der Gärtnerplatz war würdig vertreten :-)
    Wir sollten öfter "Flagge zeigen", gerade bei einem russischen Komponisten und russischem Dirigenten ein wichtiges Zeichen.
    Karten für den Gasteig sind ebenfalls schon gekauft, wir sind überall :-)

    Daumen hoch, Mädels !!

  • Am 07.01.2014 um 23:58 Uhr schrieb Ingrid

    Die Besucher, die hinter diesen beiden Hochfrisurdamen saßen, hatten evtl. eingeschränkte Sicht, oder?

  • Am 08.01.2014 um 09:39 Uhr schrieb Johannes Lachermeier - Redaktion

    Keineswegs, Ingrid: Mutti und Winnie saßen in einer der Proszeniumslogen, so dass niemand hinter ihnen war.

  • Am 08.01.2014 um 12:27 Uhr schrieb Jan

    Einerseits ist es erfreulich, daß Leute aus verschiedenen Milieus - warum nicht auch aus schwul-lesbischen - den Weg in die Oper finden, andererseits ist es fast peinlich, daß so ein Haus wie die Bayerische Staatsoper auf so eine billige PR zugreift. Na ja, die Zeiten ändern sich...

  • Am 08.01.2014 um 15:10 Uhr schrieb Johannes Lachermeier - Redaktion

    Lieber Jan, das Magazin LEO hatte zu diesem Termin eingeladen und den Fotografen bestellt. Die Staatsoper hat lediglich die (regulär bezahlten) Plätze zur Verfügung gestellt. Als uns das oben zu sehende Bild zugeschickt wurde, haben wir uns darüber sehr gefreut und wollten das mit unseren Lesern teilen. Was genau Sie daran "billig" finden, müssten Sie uns allerdings noch erklären.

  • Am 10.01.2014 um 16:45 Uhr schrieb Bayadere

    Das wüsste ich auch gerne.

  • Am 08.10.2015 um 21:54 Uhr schrieb Elisabeth Schneider

    verstehe auch nicht warum hier auf billigstes Niveou zurückgegriffen wird , da muss ich Ihnen zustimmen, diese Herren sind ja wirklich keine Werbung, zumal der dicke Mann sehr unhöflich zu uns Stammgästen war, seine Begleitung war einfach nur gewöhnlich und ebenfalls sehr arrogant .

    Mit freundlichen Grüßen
    Schneider

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