Menschen bei Oper für alle

Oper Für AlleToscaToscapiratenPavillon 21

Der Max-Joseph-Platz, Samstag, 16 Uhr: Noch sind es ein paar Stunden bis die Übertragung von Tosca beginnt – und es ist heiß, sehr heiß. Aber Bina, Renate und Ingrid sind hart im Nehmen. Schon um 14 Uhr haben sie sich ihren Platz vor dem Max-Joseph-Denkmal reserviert; perfekte Sicht auf die Leinwand haben sie von dort aus, und immerhin sind sie teilweise im Schatten. Natürlich wissen die drei Damen nach jahrelanger Oper für alle-Erfahrung, wie’s läuft und haben sich entsprechend ausgerüstet: Luftmatratzen und Sonnenschirme sind unentbehrlich, dazu noch eine Brotzeit, Obst und für die späteren Stunden Wein.

Nur ein paar Meter weiter rechts sitzt das „Opern-Forum“: Auf der Internetplattform XING haben sich Opernfans zusammengetan, um sich über Aufführungen, Inszenierungen und Musik auszutauschen. Und gelegentlich trifft man sich auch außerhalb des virtuellen Raums. Bisher sind aus dieser Gruppe vier Mitglieder gekommen: Manfred, Claudia, Joachim und Andreas sind schon da, sie erwarten aber noch ein paar Nachzügler. Besonders schön finden wir, dass Claudia und Andreas (ganz rechts) ein Paar sind – und das Nationaltheater schon am Beginn ihrer Beziehung eine Rolle spiele: Frisch verliebt besuchten sie gemeinsam eine Führung durchs Haus. Und auf der Bühne stand die Ausstattung zu Roméo et Juliette

Vor dem Pavillon 21 sitzen Florian und Tobias. Eine knappe Stunde zuvor wurden die Gewinner des Toscapiraten-Videocontests bekannt gegeben – und Florian hat mit seinem Video gleich zweifach gewonnen, nämlich den 5. Preis der Jury und den Publikumspreis.
Gerade bearbeiten drei VJs das Signal der Oper für alle-Übertragung und kreieren als Toscapiraten im Pavillon 21 ihre eigene Version von Puccinis Oper. Florian und Tobias bleiben lieber mit einer Flasche Wein draußen. Auch eine Alternative.

Elisabeth und Marianne wurden erst von Puccinis Musik auf den Max-Joseph-Platz gelockt und haben dann spontan beschlossen, ihren Abend hier zu verbringen. Die, wie sie sagen, „tolle Atmosphäre“ und „wunderbare Musik“ tröstet sie auch über das unbequeme Kopfsteinpflaster hinweg, das sie schließlich dazu veranlasste, den zweiten und dritten Akt im Stehen mit einem kühlen Getränk in der Hand zu genießen.

Hier sehen Sie die Mitarbeiter des Künstlerischen Betriebsbüros der Bayerischen Staatsoper. Dass die Aufführung gut läuft, können Sie an den entspannten Gesichtern sehen. Und an den Pappbechern, in denen sich Prosecco befindet.

Christina hat wie viele andere Münchner schon eine große Oper für alle-Erfahrung und neben Proviant auch noch ihre drei Freundinnen Hilde, Anja und Anita eingepackt. Alle vier freuen sich über das schöne Wetter, wobei Christina versichert, dass sich ein Besuch in den vergangenen Jahren auch trotz nasser Schuhe immer gelohnt hätte. Besonders das nette Miteinander der Besucher hob sie hervor: „Die Damen neben uns sind zusammengerückt und so hatten wir auch noch Platz!“

Insgesamt zeigten sich die meisten Leute begeistert von der „Tosca für alle“. So auch Conny, die es sich bereits um 18.30 Uhr mit einer Flasche Prosecco auf dem Platz vor der Videowand gemütlich gemacht hatte und nun froh war, noch ein paar Luftballons für ihren Sohn ergattert zu haben. Diesen hatte sie nicht zu einem Opernabend überreden können, sie hat sich aber auch ohne ihn – wie man eindeutig sehen kann – blendend amüsiert.

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