Kaschmir und wir

TourneeKaschmirZubin MehtaIndien

Den Auftakt für unser Friedenskonzert in Kaschmir bildete die Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes an Maestro Zubin Mehta in der deutschen Botschaft in Dehli im Juli 2012. Der deutsche Botschafter Michael Steiner nahm eine Äußerung von Zubin Mehta auf und wurde zum maßgeblichen Architekten des Projektes.

Als Zubin Mehta dann bei uns anfragte, ob wir daran teilnehmen wollten, war spontane Begeisterung die Reaktion. Schließlich liegen dem Maestro alle Orchester der Welt zu Füßen – doch er wollte eben das Bayerische Staatsorchester. Ob das Konzert jedoch auch tatsächlich stattfinden würde, schien uns damals noch alles andere als sicher. Aber unsere Skepsis erwies sich als unbegründet: Am 6. September landeten wir tatsächlich auf dem „Srinagar International Airport“.

Was Sinn und Zielsetzung unseres Friedenskonzertes angeht, waren wir realistisch: Die Brücken, die wir in einer Krisenregion wie dieser bauen könnten, wären allenfalls symbolische. Aber dennoch wollten wir mit unserer Musik „für Hindus und Moslems gemeinsam wenigstens zwei Stunden inneren Friedens ermöglichen“, wie es Zubin Mehta formulierte.

Dieser freundliche Herr war für unsere Beförderung in Srinagar verantwortlich. Seine etwas angestrengte Körpersprache löste sich immer in dem Moment, in dem wir alle laut Liste vollzählig im Kleinbuskonvoi untergebracht waren.

Es ist leicht, kritisch über Sicherheitsmaßnahmen zu berichten, und in der Tat war die Miltitärpräsenz massiv. Aber was wäre gewesen, wenn etwas passiert wäre? Zahlreiche regionale Wortführer hatten das große Medieninteresse genutzt um auf sich aufmerksam zu machen und dabei zum Teil recht martialische Töne angeschlagen. Das war in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar gewesen.

Kein verantwortungsbewusster Mensch, der die Situation hier vor Ort erlebt hat, wird Zubin Mehta widersprechen, der nach dem Konzert zu uns sagte: „Die Sicherheitsmaßnahmen mussten so sein wie sie waren, denn niemand wusste, was passieren wird.“ Wir Musiker jedenfalls haben perfekt organisierte und in jeder Hinsicht bemühte Vertreter der Regierung von Jammu und Kaschmir erlebt. Herzlichen Dank allen!

Und dann war da ja noch das Versprechen des Maestros in seiner Begrüßungsansprache vor dem Konzert: Beim nächsten Mal spielen wir in einem großen Stadion und alle sollen kommen!

Shalimar Bagh, der berühmteste der zahlreichen Gärten der Mogul Herrscher. Zubin Mehta: „Jeder Bewohner des Subkontinents wird mir Recht geben: Hier ist der Ort, wo ein Konzert stattfinden muss.“ Zustimmung auch aus dem Voralpenland – was für ein magischer Ort!

Kultureller Austausch auf der grünen Wiese – und auf einer Sonderform eines „west-östlichen Divans“.

Happy birthday, Thomas Jauch (links)! Wer kann seinen Geburtstag schon im Shalimar Bagh feiern?

Hier probt Abhay Rustum Sopori mit dem Bayerischen Staatsorchester sowie kaschmirischen und indischen Musikern. Sein Stück wurde der emotionale Höhepunkt des Konzerts. Auch für uns, was man Daniela Huber und Martin Klepper deutlich ansieht.

…für’s Familienalbum.

Ein schöner Nebeneffekt von Konzerttourneen ist, dass sich immer Gelegenheiten für Gespräche in lockerer Atmosphäre bieten. Hier Staatsintendant Nikolaus Bachler mit den Geigerinnen Barbara Burgdorf (links) und Traudi Pauer.

Auch wenn diese Tour außerdienstlich und in unserer Ferienzeit stattfand: Ohne die glänzende Zusammenarbeit mit der Opernintendanz und deren vollen Unterstützung wäre sie nicht durchführbar gewesen. In diesem Zusammenhang sind auch unsere Kollegen Annette Zühlke und Christoph Koch hervorzuheben, die Bibliothek, Inspizienz und viele mehr. Allen zusammen herzlichen Dank!

Nachdem alle Vorbereitungen für das Konzert abgeschlossen sind, heißt es: einfach nur Vorfreude bei Orchesterdirektorin Annette Zühlke und ihrer Tochter Sophie!

Good afternoon and „Servus“ from Kashmir! Auf dem Programm des Konzerts, das als Live-Übertragung in aller Welt zu sehen war: Werke von Beethoven, Haydn und Tschaikowsky.

Das Ehepaar Mehta mit den kaschmirischen Musikern kurz vor dem Auftritt

Meine ganze Bewunderung gilt Andreas Öttl, Solotrompeter im Staatsorchester: Er stellt sich einfach auf die Bühne, vor Kameras, die in über hundert Länder übertragen, bei praller Abendsonne – und spielt den Solopart in Haydns Trompetenkonzert, als wäre das alles eine Kleinigkeit. Wow!

Unvergessliche Momente und Gänsehaut pur während des Konzertes – und ein beglückter Maestro beim Schlussapplaus.

The man behind: Guido Gärtner, Geiger im Staatsorchester, vor der Abreise von Srinagar nach Bombay. Er betreut die außerdienstlichen Projekte des Orchesters. Auch dieses Gastspiel, das nicht aus dem Opernetat finanziert wurde, war nur möglich durch die großzügige Unterstützung von Sponsoren. Ihnen allen ganz herzlichen Dank – und natürlich dir, Guido! Wirklich eine Reife Leistung.

Und jetzt – BSO goes Mumbai!

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