Ich glaub, ich steh im Wald

La Fedeltà Premiata

Ist etwa schon wieder Weihnachten? Betritt man derzeit das Cuvilliés-Theater über die Bühnenpforte, ist man sofort von intensivem Tannenduft umhüllt. Das kommt nicht von ungefähr: Auf der Bühne selbst hängt ein gutes Dutzend Tannenbäume, der Schauplatz von Stewart Laings Inszenierung von Joseph Haydns „La fedeltà premiata“. Und man könnte fast meinen, man stünde im Wald, wäre da nicht der Schnürboden statt des Himmels über einem.

In diesen Tannenwald hat sich in Laings Inszenierung eine religiöse Gemeinschaft zurückgezogen: Jedes Jahr opfern ihre Mitglieder der Göttin Diana in einem grausamen Ritual ein treues Liebespaar, in Kürze muss das zehnte Paar dran glauben. Und dann stolpern auch noch zwei Fremde durch diesen Wald und verwirren das ohnehin schon turbulente Gefühlsleben aller Beteiligten noch mehr.

In der Mitte der Bühne steht eine monströse geflochtene Figur, bedrohlich überragt sie die Bäume. Diese Korbfrau wird am Ende der Oper zur Opferstätte: Das Liebespaar wird in ihrem Bauch eingeschlossen und soll verbrannt werden – doch schließlich, wäre hätte etwas anderes erwartet, wendet sich alles zum Guten.

Heute Abend ist Premiere dieser Neuproduktion des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper, und zum ersten Mal wird auch das Publikum den Tannenwald im Cuvilliés-Theater sehen – und riechen. Wir wünschen allen Beteiligten viel Glück und allen Zuschauern viel Spaß!

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Kommentare

  • Am 25.03.2011 um 20:58 Uhr schrieb Gaulimauli

    Had noticed those trees in the trailer, wondered why they were moving about.Looks kinda nice on stage. Yes, Mr. Boussard, death can open doors, if you happen to be the heir. It's also a great escape mechanism for those who are terminally ill or despondent. Murder/suicides are all too common.Fortunately some great music and singing in Capuleti makes one banish any morbid thoughts. Besides, R&J want to take their bows. ;-)

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