Heinrich und Anna tanzen weiter…

CampusBallett

…und wie sieht das aus? Das letzte Drei-Jahres-Projekt Das tanzende Klassenzimmer mit der Förderschule in Germering macht jetzt im Anschluss eigene Projekte mit Tanz, holt sich vom Staatsballett nur noch Beratung und Künstler; zwei große Langzeit-Projekte mit den Flüchtlingen der SchlaUschule zeigen ihre Ergebnisse am 30. März am Platzl 7; die 5. Klassenstufe des St.-Anna-Gymnasiums hat soeben ihr sechswöchiges Workshop-Programm beendet und die „Chance Tanz“-Kooperation mit Lehrlingen zur Ausstellung von Lorna Simpson im Haus der Kunst präsentierten ihre Abschlussarbeit am 31. Januar. Nach fünf Jahren ist „Anna tanzt“ seit 2011 Geschichte, „Heinrich tanzt“ ihr würdiger Nachfolger.

Egal, an welchem der vielen Staatsballett-Schulprojekte die Schüler beteiligt waren – im Zusammenspiel mit Tanz und Schule gelingt es seit vielen Jahren, allen Jugendlichen, die weitertanzen wollen, auch nach dem offiziellen Ende der Kooperation weitere spannende Projekte und Auftritte zu ermöglichen. Bettina Wagner-Bergelt, Stellvertretende Direktorin des Staatsballetts und Künstlerische Leiterin von CAMPUS, und Simone Schulte von Tanz und Schule berichten hier über eine neue Workshop-Reihe.

An einem Freitagnachmittag stürmten 28 Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe des Heinrich-Heine-Gymnasiums aus München-Neuperlach und der Berufsschule für den Einzelhandel den ersten Workshop der Heinrich-Tanzwerkstatt in einem Studio des Bayerischen Staatsballetts. Alle Schüler hatten eins gemeinsam: In den letzten beiden Jahren hatten sie bereits an Workshops oder einem Heinrich tanzt-Projekt teilgenommen und während dieser Zeit ihre Freude am Tanzen entdeckt. Und: Alle wollten weitertanzen!

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde der Kreislauf mit Laufen in allen Varianten und immer dynamischer werdenden Übungen (inkl. trickreicher Koordinations- und Bodenübungen) angekurbelt. Der anfänglich doch etwas hohe Geräuschpegel sank urplötzlich – im Raum war es mucksmäuschenstill, während Marcelo Omine, Trainingsleiter von COCOON Dance, Bonn, zusätzlich zu Dehn- und Lockerungsübungen ganz nebenbei noch einige anatomische Erläuterungen einfließen ließ. Nach dieser geradezu meditativen halbstündigen Phase war sogleich wieder Synapsenalarm angesagt. Nicht nur eine, sondern gleich zwei Kombinationen erlernten die Schüler unter höchster Konzentration. Dazu mussten sie sich im Raum orientieren lernen, die Bewegungsrichtung auf Ansage ändern… Schwierige Aufgaben für Anfänger, doch Marcelo Omines dynamische und humorvolle Art und seine Tricks auch für schwierige Bewegungen ließen die zwei Stunden wie im Fluge vergehen.

Der Samstagmorgen begann mit Muskelkater: Nachdem sich die Teilnehmer unter fachmännischer Anleitung von Marcelo wachgeklopft, -gehüpft und -gelaufen hatten, die am Vortag erlernten Moves mehrfach wiederholt und verbessert hatten, die Synapsen unter allgemeiner Heiterkeit mit Klatschen und Stampfen wieder auf Hochbetrieb aktiviert worden waren – Aufstöhnen oder plötzliches Aufhören. Marcelo kommentiert mit einem halb scherzhaften, halb ernsten Schmunzeln: „Ohne zu leiden geht es nicht.“ Neues wurde bildlich erläutert: „Eiffelturm vs. schiefer Turm von Pisa! Ich bevorzuge den Eiffelturm.“

Die nächste Workshop-Session leitet die Münchner Choreographin Anna Konietzky. Parallel dazu bieten CAMPUS/Tanz und Schule für alle: Einführungen ins Programm des Staatsballetts, Vorstellungsbesuche, Praktika/Workshops zu Stimme, Text, Musik, Bewegung. Dazu demnächst mehr!

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