Happy End – unsere letzten Tage in Japan

04.10.2017

Die Premieren von Tannhäuser und Die Zauberflöte sind geschafft und in den letzten Tagen der Asientournee genießen viele noch einmal einen freien Tag oder gehen Souvenirs shoppen für die Daheimgebliebenen. Zwei Dernièren und ein besonderes Ereignis stehen aber noch bevor: Das Abschlusskonzert mit Kirill Petrenko und dem Bayerischen Staatsorchester.

Die Opern-Premieren in Tokio sind erfolgreich geschafft, jetzt folgt eigentlich business as usual? Mitnichten. Selbst die Inszenierung der Zauberflöte, die schon über 40 Jahre alt ist, lässt für die Beteiligten kein Gefühl des Alltags aufkommen. Wäsche muss quer durch Tokio gefahren und teilweise mit Hilfe von Ventilatoren im Backstagebereich getrocknet werden. Für die Absprache mit den vielen japanischen Kollegen vor Ort werden viele Requisiten und Utensilien doppelt beschriftet. Und in der vorletzten Zauberflöten-Aufführung geht Sängerin Hanna-Elisabeth Müller (Pamina) dann auch noch der Schuh kaputt. Spontan muss vor Ort für Ersatz gesorgt werden. Aufregend bleibt es also allemal.

Bilinguale Zettel für die Wäsche
Bilinguale Zettel für die Wäsche
Die Sohle löste sich während einer Vorstellung der „Zauberflöte“ vom Schuh
Die Sohle löste sich während einer Vorstellung der „Zauberflöte“ vom Schuh

Zwischen den Aufführungen gibt es aber noch ausreichend Zeit für Stadterkundungen und Tagesausflüge. Da sich die Zeit in Japan auch langsam dem Ende nähert, gehen viele Kollegen und Künstler bereits auf die ersten Souvenir-Shoppingtouren. Für Mitbringsel stehen japanische Damast-Messer – sogenannte Hochos – Essstäbchen, Regenschirme und natürlich Fächer hoch im Kurs. Selbst für vierbeinige Zuhausgebliebene wird eingekauft.
Tokio lässt für Souveniersuchende nur wenige Wünsche offen. Für viele Waren gibt es extra Stadtviertel: In Asakusa kauft man beispielsweise typische Mitbringsel wie Fächer und Stäbchen. In der Straße Kappa-Bashi reiht sich ein Haushaltswarengeschäft an das nächste. Messer, Pfannen, Töpfe, wer hier nicht fündig wird, ist selbst schuld. In Akihabara kann man günstige Elektrogeräte erwerben und aus bekannten Allesgeschäften wie Tokio Hands und Oriental Bazaar kommt man kaum ohne ein halbes Dutzend Tüten heraus.

Essstäbchen in allen Größen und Farben
Essstäbchen in allen Größen und Farben
Das Gleiche gilt für Schirme: Hauptsache bunt und groß!
Das Gleiche gilt für Schirme: Hauptsache bunt und groß!
Am probenfreien Tag nutzt gefühlt die halbe Kollegschaft die Zeit für einen Ausflug nach Kamakura: v.l.n.r. Peter Lobert, Michael Baba, Ulrich Reß und Ralf Lukas
Am probenfreien Tag nutzt gefühlt die halbe Kollegschaft die Zeit für einen Ausflug nach Kamakura: v.l.n.r. Peter Lobert, Michael Baba, Ulrich Reß und Ralf Lukas.
Der große Buddha ist Ziel der vielen Besucher der kleinen Küstenstadt
Der große Buddha ist Ziel der vielen Besucher der kleinen Küstenstadt.
Und das beliebteste Motiv für Schnappschüsse
Und das beliebteste Motiv für Schnappschüsse.

Donnerstag und Freitag (28. und 29. September) stehen die Dernièren von Tannhäuser und Die Zauberflöte an. Die Stimmung ist ausgelassen, vielleicht auch etwas wehmütig. Gruppenfotos werden als Erinnerung an die gemeinsame Reise gemacht und in Bunka Kaikan ist es Tradition, dass Gäste sich auf den Betonwänden verewigen – was wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen lassen. Nach Ende der letzten Zauberflöte gibt es für alle Beteiligten noch eine Überraschung: Alle Mitwirkenden werden auf die Bühne gebeten, wo sie ein riesiges Transparent und Glitterregen erwarten – ein schöner Dankesgruß unseres Verstalters NBS.

Eine schöne Geste an alle Mitwirkenden
Eine schöne Geste an alle Mitwirkenden
Kollegen haben die Bayerische Staatsoper an der Wand von Bunka Kaikan verewigt
Kollegen haben die Bayerische Staatsoper an der Wand von Bunka Kaikan verewigt

Am Samstag heißt es dann Abschied nehmen: Die erste Flotte fährt nach Hause, darunter die Kollegen vom Chor, die meisten Sänger und einige Kollegen der Technik. Für die anderen heißt es: Orchesterprobe. Am nächsten Tag steht das Finale der Asientournee an, das Abschlusskonzert des Bayerischen Staatsorchesters unter dem Dirigat seines Generalmusikdirektors Kirill Petrenko. Im ersten Teil wird Bariton Matthias Goerne Lieder aus Gustav Mahlers Des Knaben Wunderhorn singen. Wie ein Gedicht nehmen Goerne, Petrenko und die Musiker das Stück auseinander und feilen an kleinsten Nuancen, um die Geschichte ausdrucksstark zu transportieren. Anschließend folgt der erste Aufzug aus Richard Wagners Walküre mit Klaus Florian Vogt, Elena Pankratova und Georg Zeppenfeld. 

Der erste Aufzug aus der „Walküre“ ist zweiter Teil des Konzerts
Der erste Aufzug aus der „Walküre“ ist zweiter Teil des Konzerts
Bariton Matthias Goerne arbeitet mit Petrenko und Orchester an kleinsten Details
Bariton Matthias Goerne arbeitet mit Petrenko und Orchester an kleinsten Details

Am Sonntag dann heißt es: großes Finale. Schon auf dem Weg zum Veranstaltungsort werden wir mit Fingerzeig auf unseren Backstage-Pass angesprochen: „Thank you for coming! Willkommen!“ Das Publikum in Tokio ist auch am letzten Aufführungstag sehr warmherzig und begeisterungsfähig. Am Ende des Konzerts verabschiedet es das Orchester, die Solisten und Kirill Petrenko sichtlich mitgerissen mit Standing Ovations. Ein schöner Abschluss der Reise.

Standing Ovations für Orchester, Solisten und Dirigent Kirill Petrenko
Standing Ovations für Orchester, Solisten und Dirigent Kirill Petrenko.

Ganz vorbei ist die Tournee damit aber noch nicht. Vier Wochen waren viele Kollegen - allen voran das Orchester - insgesamt erfolgreich unterwegs und das muss natürlich gebührend gefeiert werden, zum Beispiel in einer japanische Salsa-Bar. Über die Details der Abschlussfeier werden wir an dieser Stelle jedoch schweigen. Wir verraten nur so viel: Zur Abfahrt zum Flughafen am nächsten Morgen um 9 Uhr waren erstaunlicher Weise fast alle pünktlich ...

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