„GESUCHT: ZACHARIAS!“ - Der Erlebnistag 2014

CampusErlebnistag

Das ganze Opernhaus stand am vergangenen Sonntag Kopf: Der liebste Freund und treue Begleiter der Sopranistin, der Papagei Zacharias, war entflogen. Eigentlich sollte die Besucher des Erlebnistages ein perfekt vorbereitetes Programm erwarten, stattdessen nun an allen elf Stationen des Hauses Improvisationen: So konnten etwa Kostümmitarbeiter die Kleider für die Sänger nicht fertigstellen, weil sie alle mit dem Suchen des Vogels beschäftigt waren. Auch die Balletttänzer waren anstelle bei der Probe überall im Haus und in der Innenstadt, um der verzweifelten Sopranistin den Vogel wiederzubringen. 

Die saß derweilen völlig aufgelöst in der Maske - zwar versuchen die Mitarbeiter sie mit einer schönen Perücke umzustimmen, aber die Diva will unter keinen Umständen auftreten und die exklusive Vorstellung "Die Suppe des Drachen" singen. Die Presseabteilung und das Künstlerische Betriebsbüro versuchen in Windeseile Ersatz zu suchen und die Interviewtermine zu verschieben - derweilen soll eine total verängstigte Mezzosopranistin die viel zu hohe Partie ihrer Kollegin übernehmen und treibt die Regisseurin an den Rande des Wahnsinns... Der verwirrte Bühnenbildner weiß nicht, was die Technik des Hauses so schnell auf die Bühne bringen kann - kurzum, überall Chaos, fragende Gesichter und mittendrin 550 Kinder, auf deren Hilfe die Staatsoper angewiesen ist, schließlich heißt es doch "The show must go on".

Aber auf die Kinder ist Verlass! In insgesamt fünf Workshops wirken sie mit und bringen ihre Ideen, Kreativität und Talente ein: Die Bühnenbildgruppe malt einen riesigen Prospekt auf der Hinterbühne, die Kostümgruppe sucht Ersatzkostüme für die Sänger aus und hilft, das Drachenkostüm fertigzustellen. Die Chorgruppe schafft es in kürzester Zeit auf französisch (!!) den Bariton bei seiner Toreador-Arie zu unterstützen, in zwei Tanzgruppen werden ganze Choreographien einstudiert und in die Show eingebaut und in der Schlagzeuggruppe werden Rhythmen geklopft, geschüttelt, geklatscht, dass der Boden bebt. Dank der Kinder kann so die geplante Abschlussveranstaltung stattfinden - und wird ein großer Erfolg.

Ein solches Mammutprojekt lässt sich natürlich nur durch die tolle Zusammenarbeit aller Hausmitarbeiter realisieren - an dieser Stelle dafür herzlichsten Dank an alle beteiligten Abteilungen und freiwilligen Helfer! Insgesamt ein ganzer Vormittag, an dem das hochprofessionelle und tapfere ATTACCA-Orchester fast pausenlos probte und spielte, für den 300 Liter Wasser, 700 Brezen und 60 Rollen Doppelkekse bestellt und verteilt wurden, und fast 1000 Knicklichter beim großen Finale den Zuschauerraum wie bei einem Popkonzert erleuchteten.

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