Für Humanität, Respekt und Vielfalt

Wir Gegen RechtsNationaltheater

Gemeinsam gegen Rechtsradikalismus! Als wir erfuhren, dass am Abend des 25. April von einigen Neonazis nach 2013 bereits zum zweiten Mal eine „Gedenkwache“ für den Revisionisten und Holocaustleugner Reinhold Elstner auf dem Max-Joseph-Platz veranstaltet werden sollte, war schnell klar: Wortlos werden wir eine solche Zurschaustellung rechten Gedankenguts vor unserer Haustür nicht hinnehmen.

Am 25. April 1995 hatte sich der „Ostfrontkämpfer“ Reinhold Elstner aus Protest gegen die damals in München gastierende Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ auf den Stufen der Feldherrnhalle selbst angezündet und war einen Tag darauf an den Folgen seiner Verbrennungen gestorben. 19 Jahre später plante nun eine Gruppe Rechter des Altnazis zu gedenken – in unseren Augen eine untragbare Verhöhnung aller Opfer der Nazi-Diktatur.

Die Idee: Bunte Fröhlichkeit statt braunem Pathos! Und so gründete sich kurzfristig ein Jazztrio um Daniela Huber, Geigerin im Staatsorchester, mit Lorenz Huber und Marius Lazar. Der Malersaal gestaltete drei Transparente, die zwischen die Säulen am Portikus des Nationaltheaters gehängt wurden. Ton- und Lichttechnik, Hausverwaltung und viele weitere Abteilungen des Hauses halfen mit, auf den Stufen des Nationaltheaters ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Mehrere hundert Menschen kamen schließlich, um gegen die Neonazis zu protestieren: Antifaschisten, Mitglieder des Vereins München ist bunt, Opernfreunde und viele Münchner standen am Abend einem Dutzend Neonazis gegenüber. Während auf den Stufen des Nationaltheaters große Fröhlichkeit herrschte, demonstrierte die Handvoll Rechtsradikaler mit Wehrmachts-Stahlhelm auf Birkenkreuz.

Unheimlich jedoch wurde die Versammlung der Rechten, als diese mit Musikeinspielungen den Max-Joseph-Platz beschallten: Dass die Werke Wagners oder Beethovens knapp 70 Jahre nach Ende der Diktatur der Nationalsozialisten erneut zur Glorifizierung eines „Selbstopfers“ missbraucht wurden, schmerzt.

Um 21 Uhr jedoch war der Spuk vorbei: Die Rechten packten Fackeln, Lautsprecher und Fahnen wieder in ihr Auto und verließen den Max-Joseph-Platz. Das Jazztrio indes musizierte noch ein wenig weiter – und spielte zu später Stunde eine Version des hebräischen Volkslieds „Hava Nagila“.

Danke an alle, die daran beteilgt waren!

Kommentare

  • Am 29.04.2014 um 19:51 Uhr schrieb Helga Schroeder

    War in TRAVIAT. u.ueberrascht u.erfreut ueber die Aktion - es muss immer Zeichen gegen die braune Brut - man schaemt sich,dass es solch Gedankengut immer noch gibt. Mfg.u

  • Am 05.05.2014 um 14:37 Uhr schrieb Andreas Bieberbach

    Vielen Dank für Ihre eindrucksvolle Aktion! Wir vom Verein "München ist bunt!" haben uns gefreut, mit dabei sein zu können!

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