„Früher habe ich gedacht, Oper wäre nur Rumgeschreie“

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Bereits seit acht Jahren ist Oper.Über.Leben ein fester Bestandteil im Schulprogramm der Bayerischen Staatsoper. In enger Zusammenarbeit mit den Lehrern wird ausgewählten Münchener Mittelschulklassen ein sich über mehrere Wochen erstreckendes Programm geboten, dessen Höhepunkt ein Vorstellungsbesuch in der Bayerischen Staatsoper ist.

Vergangenen Donnerstag gab es eine Neuauflage des Projekts: Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen der Anni-Braun-Schule, Förderzentrum Sprache, lernten in einer intensiven vierwöchigen Vorbereitungszeit Geschichte und Musik zu Puccinis Oper Turandot kennen. In vier Workshops wurde kreativ, schauspielerisch und – dank der Unterstützung der Orchestermusiker Andreas Riepl und Claudio Estay – musikalisch gearbeitet. Die Ergebnisse wurden dem interessierten Opernpublikum eine Stunde vor Vorstellungsbeginn im Königssaal in einer Werkschau präsentiert: Die Schülerinnen und Schüler spielten die von Andreas Riepl arrangierten musikalischen Ausschnitte der Oper und trugen u.a. eigene Monologe zur gefühlskalten Turandot, zum mutigen Prinzen Calaf und der selbstlosen Liù vor. Im Folgenden können Sie einige Zitate der Schüler sowie zwei der selbst verfasste Rätsel nachlesen. Hätten Sie als Calaf die Lösung gewusst?

Was die Schüler zur Aufführung sagten

Tobi: Ich habe durch das Projekt mehr über Oper erfahren, denn früher habe ich gedacht es wäre nur Rumgeschreie.

Kai: Ich habe gelernt, dass es Oper schon lange gibt und mit der Zeit immer wieder etwas verändert wurde, aber ich glaube, dass sie nie verschwinden wird, weil sie für Menschen wichtig ist.

Maxi: Es muss einem nicht peinlich sein, wenn man auf der Bühne steht und etwas vortragen muss – und es war auch schön auf der Bühne zu sein.

Ludwig: Das Projekt war cool, hat Spaß gemacht. Und die Oper war krass mit den ganzen Effekten – das merkt man sich das ganze Leben lang.

Yusuf: Ich habe gelernt, dass die Oper nicht langweilig ist, sondern spannend und aufregend. Und ich glaube, dass ich jetzt öfters in die Oper gehen werde.

Thais: Für mich, was ich mitnehme ist, dass in einem Orchester alle zusammen spielen müssen. Für mich ist Oper ein Live-Kino mit Live-Musik und ist modern und gar nicht so alt.

Diako: Beim Opernprojekt hab ich viel dazu gelernt, wie es so ist dort. Ich habe zum Beispiel nicht gewusst, dass so viele Mitarbeiter dort arbeiten und ich wusste nicht, dass die Oper so modern ist mit den ganzen Spezialeffekten. Und ich nehme dieses Erlebnis und die Freude, die ich da hatte, mit – und ein bisschen Mut.

Konrad: Ich hab auch früher gedacht, dass Oper eigentlich nur für ältere Menschen ist und eher nicht für uns, also für die Jugend. Aber das Projekt war schön und jetzt denk ich nicht mehr so.

Fabian: Ich fand das Opernprojekt toll! Besonders schön fand ich, mal von den Schulfächern runterzukommen und dass man auch mal Zeit hat ein bisschen Theater zu spielen.

Ihre selbst verfassten Rätsel

Yusufs Rätsel:
Du träumst davon.
Du liebst es.
Du hast es im Kopf, wenn du versuchst etwas zu bekommen.
Du trägst es immer mit dir herum.
Du willst, dass es gewinnt.
Jeder Mensch hat es,
wenn du dir etwas wünschst hast du es.
Es stirbt zuletzt.

Max’ Rätsel:
Man kann es nicht kaufen.
Man kann es nicht kontrollieren.
Es passiert einfach.
Vielen ist es sehr wichtig,
viele zerbrechen sich darüber den Kopf,
vielen wird dabei das Herz gebrochen und rausgerissen.
Es kämpfen darum sehr viele: Denn dafür braucht man einen Partner oder eine Partnerin.
Es ist ein Segen.

Kommentare

  • Am 06.02.2014 um 13:33 Uhr schrieb Name

    Der Witz ist: Bei der Lautstärke, in der die Turandot leider dargeboten wird, IST es - zwangsläufig - nur Rumgeschreie...

  • Am 10.02.2014 um 20:22 Uhr schrieb Karin

    Operngesang und Orchester im Turandot: Es gibt leider ein Publikum, dass immer mehr Lautstärke fordert um nicht einzuschlafen und ein Publikum, denen sogar eine kammerorchestrale Interpretation in der Turandot gefallen würde. Faszit ist aber, dass Aufführungen allgemein allein schon durch größere Orchester-Besetzungen und die Streicherbesaitung in den letzten 200 Jahren immer mehr an Laustärke zunehmen, was die armen Sänger oft zu einem notgedrungenen Forcieren zwingt.

    Die Kunst im Operngesang ist es, dass der entsprechende Sänger sich mit dem richtigen Stimmsitz zu einer tragfähigeren Stimme verhilft, ohne eine Spur zu forcieren. Fritz Wunderlich, Alfredo Kraus und Luciano Pavarotti waren hier Meister. Mit einer guten Belcanto-Gesangstechnik lässt sich ein schwellbarer Ton im Mesa di Voce schwebend und unforciert ins Fortissimo führen.

    Wenn von Seiten der entsprechenden Dirigenten aber zu wenig Rücksicht auf den Sänger genommen wird, nützt auch die beste Belcanto Gesangstechnik nicht mehr.

    Aber auch an unseren Musikhochschulen wird im Gesangsunterricht immer mehr Wert auf Lautstärke gelegt. In einem gepflegten Belcanto-Gesangsunterricht wird zwingend ein Pianissimos und ein gesundes Mesa di voces gefordert um ein Forcieren der Stimme zu verhindern.

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