„Dornröschen“ in Spanien III

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Eine harte Arbeitswoche für unsere Compagnie: Neben den täglichen Vorstellungen wurde schon fleißig weitergeprobt für „Artifact“, „Mein Ravel“ und „Der Widerspenstigen Zähmung“. Trotzdem blieb noch ein wenig Zeit für Sightseeing. Um Sie nicht unnötig mit „Urlaubs“-Fotos zu langweilen, gibt’s hier nur ein paar Highlights für unsere theateraffinen Leser.

Als allererstes natürlich: das Teatro de la Maestranza, in dem unsere Tänzerinnen und Tänzer aufgetreten sind. Hinter Palmen versteckt liegt es an der Uferpromenade des Guadal Quivir. Mit 1800 Zuschauerplätzen übrigens fast so groß wie unser Nationaltheater!

Die berühmte Stierkampfarena von Sevilla – im 18. Jahrhundert errichtet und seitdem jedes Jahr Schauplatz der traditionellen Stierkämpfe. Die Eintrittspreise richten sich übrigens nach der Sonne: Plätze im Schatten sind begehrt und um einiges teurer.
Hinter den Kulissen wartet bei jeder Vorstellung ein 12-köpfiges Ärzteteam in drei Operationsräumen auf die eventuell verletzten Matadore. Zum Glück kommen wir in München mit nur einem Theaterarzt aus.

Es gibt sie also wirklich: eine alte Tabakfabrik, vor der Carmen ihrem Don José den Kopf verdreht haben könnte. Heute ist dieses schöne alte Gebäude Teil der Universität von Sevilla.

Aus der Abteilung Kuriositäten: Jedes Jahr feiern die Sevillaner die „semana santa“, die Karwoche, mit großen Prozessionen durch die ganze Stadt. Also so ähnlich wie in unserem „Don Carlo“, nur noch viel größer und prächtiger! Damit sich auch jeder für dieses Spekatakel ausstatten kann, gibt’s die entsprechenden Geschäfte. Hier findet jeder Spitzhut-Mönch alles für den perfekten Auftritt bei der Prozession.

Zurück ins Teatro de la Maestranza. Mittlerweile sind alle Abläufe mit dem spanischen Team vor Ort so gut eingespielt, dass die Umbauten und Umzüge so schnell wie nie funktionieren. Schnell noch in die Spitzenschuhe und der Vorhang kann sich wieder heben!

Als ein beliebtes Fotomotiv entpuppte sich der Thron des Königspaars. Hier durften sich Verena vom Licht und Markus von der Requisite auch mal ganz königlich fühlen.

Auch unsere Königin selbst, Chantal Gagnebin, lud zur Audienz. Hier empfing sie vor der Vorstellung Bettina, die Assistentin des Ballettdirektors.

Für die gute Stimmung hinter den Kulissen sorgt ein wenig Nervennahrung. Diese Toi-toi-toi-Box mit einigen Leckereien wurde von Ensemblemitglied Emma Barrowman bereitgestellt. An dieser Stelle noch eine kleine Korrektur, was die spanische Variante unseres „Toi-toi-toi“ angeht: Viel verbreiteter als „Toca Madera“ (also „auf Holz klopfen“) ist in Theaterkreisen „Mucha Mierda“ – was so viel bedeutet wie „Viel Sch…“, nun ja, sagen wir lieber: „Mist“. Der Hintergrund ist folgender: Früher kamen die Theaterbesucher mit Pferdekutschen zum Theater, und viel Pferdemist vor dem Theater bedeutete viele Zuschauer. Wieder was gelernt.

Die letzte Vorstellung der „Bella Durmiente“ ist geschafft. Beim Schlussvorhang brach großer Jubel auf der Bühne aus. Fünf großartige Vorstellungen vor ausverkauftem Haus und eine aufregende Woche gehen zu Ende. Vielen Dank an alle für dieses gelungene Gastspiel!

Nach der letzten Vorstellung am Samstag wartete noch ein Überraschung auf die Compagnie. Nur einige Meter vom Theater entfernt gab es um Mitternacht im „Tablao El Arenal“ eine exklusive Flamenco-Show für unser Ensemble. 90 Minuten kochte der Saal! Fünf Tänzer, drei Sänger und zwei Musiker präsentierten feurigen, ursprünglichen Flamenco: eine unglaubliche Mischung aus Tanz, Gesang, Musik und Balladenerzählung. Da hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Definitiv für alle ein Highlight! Leider war das Fotografieren während der Vorstellung verboten. Für alle Interessierten hier der Link zur Homepage mit schönen Aufnahmen der Tänzer: www.tablaoelarenal.com

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