„Dornröschen“ in Spanien I

BallettTourneeInspizienzDornröschen

Von München über Palma de Mallorca nach Sevilla – am vergangenen Sonntagabend landete die Compagnie endlich nach einer langen Reise im frühlingshaften Andalusien.

Vom Hotel im malerischen Triana-Viertel ging es dann gleich am nächsten Morgen über die Puente de Triana zum „Teatro de la Maestranza“.

Am Bühneneingang begann gleich der Spanischkurs. Spanisch für Pforte: Recepcion.

Auf der Suche nach Bühne! Der Grundkurs „Spanische Theaterbegriffe für Anfänger“ wird fortgesetzt:

Camerinos = Künstlergarderoben
Foso Orquesta = Orchestergraben
Vestuario Musicos = Garderobe für die Orchestermusiker
Sastreria = Schneiderei
Lavanderia = Wäscherei

Listen and repeat!

Endlich, die Bühne kann nicht mehr weit sein: Escenario

Klein aber fein: das Inspizientenpult auf der rechten Bühnenseite. Mein Arbeitsplatz für die nächste Woche. Um dem Dirigenten ein Zeichen geben zu können, wann er beginnen darf, gibt es das OK vom Inspizientenpult: Rotes oder grünes Licht für den „Maestro“.

Equipment-check: Was gehört zur Grundausstattung eines Inspizienten? Natürlich der Klavierauszug, Taschenlampe, Stifte, Besetzungszettel, Funkgerät und jede Menge Post-its! Änderungen im Ablauf können so nicht übersehen werden!

Bereit für den Auftritt: in der Seitengasse wartet schon der Drachenwagen der bösen Fee Carabosse. Begleitet wird dieser fulminante Auftritt später mit viel Nebel (an dieser Stelle vielen Dank an unseren Theatermeister Wolfgang!) und lautem Donnergetöse. Die spanische Anweisung hierfür: „efectos truenos“.

Die vier „chicas“ von der Inspizienz: drei spanische Kolleginnen halfen mir beim „Stage Management“. Vor allem Esther (2.v.r.) steht mit mir jeden Abend am Pult und gibt per Funk meine Kommandos an ihre spanischen Kollegen der Technik weiter.

Für eine reibungslose Kommunikation sorgten unsere Dolmetscher auf der Bühne. Egal ob Technik, Kostüm, Maske oder Inspizienten: Maria und ihre Kollegen waren immer vor Ort, um die deutsch-spanische Verständigung zu garantieren. Und so lernten wir alle von einander. Spanisch für Toi Toi Toi: „Toca madera“

Was darf bei keiner Ballettvorstellung fehlen? Kolophonium für die Schuhe unserer Tänzer. Freundlicherweise von den Kollegen der Requisite immer an den Seiten der Bühne bereitgestellt.

Die Vorstellung ist beendet, der Zuschauerraum ist leer, aber bevor die Technik auch endlich in den wohlverdienten Feierabend darf, müssen noch die Ballettstangen für das Training der Compagnie am nächsten Morgen aufgebaut werden. Denn morgen Abend geht’s ja schon weiter mit der nächsten Vorstellung „Dornröschen“….

Kommentare

  • Am 13.01.2011 um 18:47 Uhr schrieb Gunter Berndt

    Sehr interessanter Artikel, Ms Goepfert! Auch gute Bilder. Wusste nicht was die Inspizienz eigentlich tut."Toca madera" ist besser als toi,toi,toi- knock on wood. Wird in Sevilla auch "Barber of Seville" gezeigt? Haben Sie mal Joyce DiDonato's mini-film" Backstage of Rosenkavalier" gesehen? Was zum Lachen. Vielen Dank.

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