Die Piraten sind zurück!

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Am 10. Juli entern wir wieder!

Diesmal geht es Giacomo Puccinis Tosca an den Kragen. Wie letztes Jahr bei Lohengrin kapern wir das Opernschiff mit Mikrofonen und Videokameras, zapfen Signale an und bedienen uns der Resonanzen, die die großen Stimmen zum Klingen bringen. Wir: Das sind die VJs Mauro, Mo und Manou.

Ich möchte Ihnen hier ein bisschen von dieser Intervention durch Live Visuals und meiner Arbeitsweise erzählen. Mit Hilfe eines Videomischers und verschiedener Computerprogramme mache ich mir die Bilder, die von der Opernbühne übertragen werden, zu eigen. Sie gehören jetzt mir. Ich kann sie benutzen, verfremden, umgestalten. Durch Kombination der Bildsignale mit meinen Videoclips, Fotos, Animationen und Filmen entsteht eine Erweiterung der Geschichte, meine Toscageschichte.

Tosca! Dieses faszinierende Geschöpf, Verführung und Hingabe. Ihr ganzes Leben findet auf einer Bühne statt. Tosca ist eine Geschichte von Verzweiflung, entsetzlicher Eifersucht und absoluter Emotion. Aus diesem Überschwang heraus stürzt sie die Menschen, die sie lieben, ins Verderben. Die Reduktion ihrer Wahrnehmung auf die Gefühlsebene ist faszinierend. Sie rast durch ihre Gefühlswelten mit der Selbstverständlichkeit eines Kindes, allein mit sich selbst beschäftigt, zu keinem klaren Gedanken fähig. Sie lässt sich manipulieren und bezirzt mit der Totalität ihrer emotionalen Berauschtheit sogar den nahenden Tod.

All das schwappt herüber. Von der Opernbühne in den Toscapiraten-Pavillon. Dort wird es drei unterschiedliche Projektionen geben. Zunächst beschäftige ich mich also mit dem Aufbau der Projektionsinstallation, gleichzeitig mit inhaltlichen Gedanken. Anschließend durchforste ich meine Festplatten nach passendem Material. Ich erstelle neue Filme und bearbeite diese am Computer. Im Moment der Intervention kehre ich dann zurück zu einer sehr intuitiven Auswahl aus diesem Pool an Material. Ich lasse mich verführen und beeinflussen von allem was ich sehe und höre. So erzähle ich nicht die Geschichte bildlich nach, sondern stelle sie in einen Kontext zu meiner Wahrnehmung und der des Publikums.

Zusammen mit den Projektionen der anderen Piraten entsteht eine weitere Ebene. Keiner weiß vorher, was der andere zeigen wird. Wir improvisieren die Bilder, mischen die Farben wie Maler. Dadurch haben wir die Möglichkeit, spontan auf die gesamte Medieninstallation zu reagieren, die aus den drei Bildkompositionen entsteht. Eine visuelle Jam Session. Was also am Abend des 10. Juli bei den Toscapiraten geschieht, geschieht in Echtzeit, ist einmalig, unwiederbringlich und sollte unbedingt live erlebt werden!

Hier ein kleiner Eindruck aus der Materialsammlung, die in den letzten Wochen entstanden ist:

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