Die Basis der Kunst

BallettWerkstättenTechnik

Schwingboden? Ja, so heißt das unsichtbare, bewegungs-mechanische Wunderwerk, das unter dem sichtbaren, in Bahnen verklebten Tanzteppich die Bretter, die die Welt bedeuten, im Nationaltheater angenehm tanzbar macht. Eine Konstruktion aus Holz, Schaumstoff und Verbindungsdübeln. Essenziell, um nicht bei 85 Vorstellungen pro Saison (vor 25 Jahren waren es ca. 45!) einen körperlichen Schaden davon zu tragen. Mit bloßem Auge nur durch die leichte Erhebung direkt an der Kante des Orchestergrabens auszumachen. Für Nicht-Tänzer lässt sich der Unterschied zwischen nackter Bühnenplanke und Schwingboden vermutlich mit dem Vergleich des Joggens auf Asphalt oder dem federnden Waldboden am besten verdeutlichen.

Dabei gilt: Schwingboden ist nicht gleich Schwingboden. 1993 ging Konstanze Vernon auf die Suche nach einem optimalen System und kontaktierte andere große Häuser wie Stuttgart, Wien, Bonn und Hamburg. Die Tänzer, die die Musterflächen in der Praxis testen durften, entschieden sich für Neumeiers Version. Der erste Boden für das Bayerische Staatsballett wurde noch in Hamburg gefertigt. Nun produzieren unsere Werkstätten schon lange selbst und haben durch jahrelange Erfahrung und Entwicklung diese „Bretter“ quasi einzigartig werden lassen.

Das jüngste Projekt der fleißigen Damen und Herren in den Poinger Werkstätten: Ein Reise- und Ersatzboden als Ergänzung des Bestandes mit den stattlichen Maßen von 300 qm, aufgeteilt in handliche rechteckige Platten, auf extra für Gastspiele entwickelten Spezialwägen in aller Herren Länder einfach mitzunehmen und in Windeseile zu montieren. Der in unserer Fotogalerie zu sehende wird das Ensemble auf sein Gastspiel nach Granada begleiten.

Die oberste Schicht besteht aus einer mehrfach versperrten Birkenholzplatte, darunter eine genau festgelegte Anordnung aus Moosgummi-Quadern und –Streifen. Den Abschluss zum Boden bildet eine dünne Faserplatte. Zur Verbindung der Platten untereinander dient ein Nut- und Federsystem. In die Birkenholzplatte wird rundum eine Nut gefräst und auf je eine Längs- und Querseite eine Dübelholzstange eingenagelt. Im aktuellen Fall sind das 700 solcher Stangen, die hintereinander mehr als einen Kilometer lang sind.

In Kombination mit dem darüber ausgerollten Tanzteppich wird aus viel Holz und Schaumstoff die unsichtbare Basis der Tanzkunst, auf der die Pirouetten und Sprünge, der Ansatz zum Fliegen Tänzerinnen und Tänzern die Gelenke schont und ungleich viel leichter fallen als vor 30 Jahren auf dem durch viele Schrauben und Nägel gebeutelten harten Bühnenboden. Schauen Sie bei Ihrem nächsten Besuch einmal ganz genau hin – vielleicht erkennen Sie die kleine Erhebung am Orchestergraben …

Kommentare

  • Am 31.03.2012 um 12:31 Uhr schrieb Marius

    Ein schwingender Grund für das Lächeln im Tanz der Pusteblume.

    Und leicht und mit süßem Drang sie zu halten, macht er sich auf, ihr zu folgen.

  • Am 12.06.2013 um 13:28 Uhr schrieb ballettstange kaufen

    Ein Ballettstudio zu haben, war mein Traum. Ich habe es fast fertig, ich muss noch den Boden und die Ballettstange kaufen, aber die Arbeit und Details sind unglaublich viele! Ich freue mich, dass ich es mir schenken kann. Nach 10 Jahren Arbeit klar!

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