Der Pegasus in neuem alten Glanz

NationaltheaterJubiläumRestaurierung

Immer wieder gab es in den letzten Wochen Anfragen bei Pressestelle und Marketing, was das denn eigentlich für ein Gerüst am oberen Giebel der Nationaltheater-Front sei. Und vor allem: ob das wohl auch während der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Wiedereröffnung des Hauses stehen bliebe? Glücklicherweise konnten wir bei allen Anfragen Entwarnung geben – zwischenzeitlich ist das Gerüst auch entfernt und das Mosaik mit Pegasus und den Horen ist wieder sichtbar. Doch was wurde da eigentlich gemacht? Wir haben beim Staatlichen Bauamt München 1 nachgefragt, unter dessen Federführung die Restaurierung des hinter dem Gerüst versteckten Mosaiks durchgeführt wurde.

Bereits seit Beginn der Theaterferien war der obere Giebel durch ein Gerüst verhüllt. Damals sollten zunächst eigentlich nur die Abdeckbleche am Giebel repariert und der Zustand des Giebelmosaiks erfasst werden. Doch im Zuge der Arbeiten stellte man fest, dass die bereits bekannten Schäden am Giebelmosaik weit über das vermutete Ausmaß hinausgingen und sofortiges Handeln unumgänglich war. Vom Max-Joseph-Platz aus waren zwar zwei größere schadhafte Stellen zu sehen gewesen, doch erkannte man nun, dass sich bereits viele einzelne Mosaiksteinchen vom Untergrund gelöst hatten und darüber hinaus eine komplette Neuverfugung erforderlich geworden war.

Jedoch: Wegen der Theaterferien konnte im Haus keine Entscheidung gefällt werden, wie denn nun weiter zu verfahren sei. So wurden die eigentlichen Sanierungsarbeiten erst Anfang September aufgenommen. Durchgeführt wurden sie durch eine auf denkmalgeschützte Mosaiken spezialisierte Restauratorenfirma, von denen es nur sehr wenige gibt.

Ein Problem bei den Arbeiten: In den Jahren 1959 bis 1963 wurde bei der Behebung von Kriegsschäden am Westgiebel keine Dokumentation angefertigt. Es existieren zwar einige wenige Fotos aus dieser Zeit, doch ging aus diesen freilich nicht hervor, welcher Bautechniken und -materialien sich die Schöpfer des Mosaiks seinerzeit bedient hatten. Unter Aufsicht des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege musste daher zunächst eine eingehende Untersuchung des baulichen Zustands des Giebelmosaiks durchgeführt werden. Erst dann konnten die Fehlstellen des Mosaiks entsprechend Ludwig von Schwanthalers Entwurf ergänzt werden. Dieser hatte das Motiv mit Pegasus und den Horen für den Wiederaufbau des Hauses nach dem Großbrand im Jahre 1823 entworfen.

Glück hatte das Restauratorenteam mit dem Wetter: Schließlich war trockene Witterung eine Grundvoraussetzung für die aufwändigen Arbeiten am Mosaik. Doch der weitgehend sonnige Herbst ersparte eine Verzögerung. Und so konnte die Renovierung bis zum 10. November vollständig abgeschlossen werden. Das Nationaltheater strahlt also zum 50-jährigen Jubiläum in neuem alten Glanz – auch am Giebel!

Kommentare

  • Am 18.11.2013 um 19:30 Uhr schrieb Deutsch

    Vielen Dank für den Artikel

  • Am 26.01.2014 um 11:21 Uhr schrieb Layher Gerüst

    Das war auch wirklich complexer Projekt. Vor allem der Auf- und Abbau des Gerüstes von Layher. Vielen Dank auch nochmal an die Unterstützung an http://www.geruest.com/ .

  • Am 17.06.2014 um 01:20 Uhr schrieb gratis

    Ich danke Ihnen sehr nützlich schriftlich

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