Der Kampf um „Die Soldaten“: Michael Gielen erinnert sich

Die SoldatenUraufführungInterview

Michael Gielen zuzuhören, wenn er über die an Dramatik nicht zu überbietende Entstehungsgeschichte von Bernd Alois Zimmermanns großer Oper „Die Soldaten“ spricht, ist aufregend! So genau erinnert sich der Dirigent an die Ereignisse an der Kölner Oper vor bald 50 Jahren, als sei das alles gestern erst passiert: die erste Ablehnung des Stücks, das mit der üblichen Anzahl an Proben nicht zu realisieren war, die „Vereinfachung“ der Komposition und Zimmermanns zweite Fassung, der Kampf um die Uraufführung, die Michael Gielen und dem wohlmeinenden Teil des Orchesters und der Sänger höchstes Stehvermögen abverlangte.

Der Dirigent lässt seine Zuhörer die stürmischen Wendungen um die “Soldaten” mit einer Intensität und Detailtreue miterleben, die klar macht, was es bedeutet, wenn ein Komponist wie Bernd Alois Zimmermann völlig neue Wege beschreitet.

Bettina Ehrhardts Gespräch mit Michael Gielen über die „Soldaten“, das hier in ungekürzter Länge wiedergegeben wird, entstand anlässlich der Dreharbeiten zu Ehrhardts Dokumentarfilm Mönch und Dionysos – Der Komponist Bernd Alois Zimmermann, eine Koproduktion von bce films & more mit dem WDR, die im Dezember 2013 erstmals gesendet wurde. Mit ihren Filmen über Luigi Nono, Pierre Boulez, Helmut Lachenmann und Wolfgang Rihm ist die Münchner Filmautorin und Regisseurin bekannt geworden. Mönch und Dionysos ist das erste Fernsehporträt des Komponisten Bernd Alois Zimmermann.

Kommentare

  • Am 24.05.2014 um 04:59 Uhr schrieb lorenzodaponte

    Ein ganz ausgezeichnetes Interview. Schon in der Matinee war ich von den präzisen Erinnerungen Gielens begeistert. Um so mehr jetzt von der Langfassung des Interviews. Auch von der Ehrenrettung von Sawallisch.
    Wer auch immer die Idee hatte, dieses Interview hier zu publizieren? Vielen herzlichen Dank!
    LdP

  • Am 25.05.2014 um 10:58 Uhr schrieb senja

    danke, danke, danke!

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