Dann bin ich so schwer wie drei Tubas!

31.01.2017

Hauptsache, man lernt was fürs Leben – und ums Lernen, besser gesagt ums Kennenlernen geht es beim Projekt DACAPO des Bayerischen Staatsorchesters. Innerhalb weniger Wochen besuchen vier bis fünf Musiker der verschiedenen Instrumentengruppen je zwei ausgewählte 3. oder 4. Klassen einer Grundschule. In Workshops stellen sie ihre Instrumente und ihren Beruf vor und spielen anschließend in der Schule ein moderiertes Konzert für alle interessierten Schüler, Eltern und Lehrer.

Kleine Konzerte in den Schulen sollen Lust auf Musik machen.

„Musik schenkt Freude, macht einfach nur Spass, und das haben mir die Kinder immer wieder gezeigt.“
Andreas Kittlaus, Trompete

An drei Tagen machten sich unsere Staatsorchester-Musiker auf den Weg zur Grundschule am Strehleranger in München-Neuperlach. Die Schüler  waren äußerst interessiert, hatten offensichtlich Spaß beim Ausprobieren der Instrumente und stellten viele Fragen: „Und wann hat deine Bratsche genau Geburtstag?“ oder „Wie schwer ist die Tuba?“ - „Na, so ungefähr acht Kilo“ - „Dann bin ich so schwer wie drei Tubas!“. Auch eine Antwort hatten die Schüler immer parat: „Was glaubt ihr, wie lang ist das Horn, wenn ich es komplett ausrollen würde?“ - „Eine Woche?!“

Die Kinder durften aber nicht nur zuhören...
... sondern auch die Instrumente ausprobieren.

Ziel des Projektes, das von den Freunden und Förderern der Musikalischen Akademie des Bayerischen Staatsorchesters großzügig gesponsert wird, ist es, Kinder möglichst früh mit nahezu allen Orchesterinstrumenten in unmittelbaren Kontakt zu bringen.

„Das schönste an DACAPO ist für mich das junge und absolut unvoreingenommene Publikum. Die Kinder sind von ihren Lehrern meist schon recht gut vorbereitet, haben aber oft noch nie ein Musikinstrument gesehen und gehört. Sie waren dann immer sehr beeindruckt - vor allem wenn sie erfahren, wie alt Geigen sein können oder wenn sie zum ersten Mal die tiefste Kontrabasssaite hören. Sehr erstaunlich war für mich vor allem, dass kleine musikalische Späße, wie es sie zum Beispiel in Ludwig van Beethovens Serenade für Streichtrio Op. 8 gibt, von den Kindern sofort als solche erkannt werden und sie auch wirklich lauthals darüber lachen können.“
Clemens Gordon, Viola

Ebenso wichtig ist es, als Musikerin und Musiker hautnah erlebbar zu werden und die Begeisterung für klassische Musik bei einer möglichst großen Anzahl von Schülerinnen und Schülern zu wecken.

„Mich begeistert es, wie offen und neugierig die Kinder auf das ihnen weitgehend Unbekannte reagieren. Besonderen Spaß habe ich an den Fragen, die von den Kindern gestellt werden und die mich teilweise dazu bringen, meine Tätigkeit nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.“
Sylvia Eisermann, Violine

Und damit sind wir wieder beim Lernen fürs Leben – denn nach dem ersten Schritt des Staatsorchesters auf die Schulen zu folgt vielleicht ja der zweite: ins Nationaltheater, um die netten Musiker wiederzusehen und wiederzuhören. Autogramme waren diesmal jedenfalls sehr gefragt. Und nebenbei: das Horn wäre ausgerollt knapp vier Meter lang.

Wer Interesse an DACAPO für seine Grundschule hat, kann sich über eine Mail an jugend@staatsoper.de für das Projekt bewerben.

Andreas Riepl

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