CLOSE-UP JUNGE CHOREOGRAPHEN: Štěpán Pechar

Štěpán Pechar schloss 2010 seine Tanzausbildung am State Dance Conservatory der Hauptstadt Prag ab. Seither brachte er bereits viele seiner Stücke in den großen Häusern Tschechiens und auch im Ausland auf die Bühne. Seit 2015 ist er zusammen mit Ondřej Vinklát und Marek Svobodník Co-Direktor der zweiten Generation von DEKKADANCERS.
Im Juli 2018 stellt er sich als einer der vier Jungen Choreographen 2018 vor.

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Štěpán Pechar © Pavel Hejny
Štěpán Pechar © Pavel Hejny

Name: Štěpán Pechar 

Anfänge: Ich bin ein sehr ungewöhnlicher Fall, denn ich habe erst mit 20 Jahren angefangen zu tanzen. Was sich allerdings schon sehr früh entwickelt hat, ist meine choreographische Neigung: Wenn ich als kleiner Junge nicht schlafen konnte, habe ich mir vorgestellt, wie ich durch eine Art Halle oder großen Raum spaziere und Schritte kreiere – da wusste ich noch nicht mal, was Choreographie heißt.

Stil: Ich bin sehr körperlich. Ich gehe oft an die physischen Grenzen und mag es, wenn es sich hochschaukelt und die Energie dann kontrolliert gebündelt wird. Ich liebe Risiko. Und die andere Seite der Medaille, nämlich das Vertrauen, das die Tänzer zueinander haben. Außerdem mag ich es, wenn es humorvoll zugeht – gerade bei ernsthaften oder eher traurigen Themen. Weil ich denke, dass es das Traurige betont.

Kreation: In Waste geht es, wie der Titel schon sagt, um Verschmutzung und Verschwendung auf verschiedenen Ebenen. Mich beschäftigt schon lange die Frage, was mir im Leben eigentlich wirklich wichtig ist. Wir lassen uns so leicht davon ablenken, worum es eigentlich geht und Leben unser Leben, gefangen in einem Teufelskreis der alltäglichen Routine. Ich frage mich jetzt schon, ob ich die Dinge am Ende meines Lebens retrospektiv anders gemacht hätte, meine Zeit anders genutzt, sie lieber mit wirklich engen Freunden, meinen Brüdern und meiner Familie verbracht hätte. Ich glaube, es ist eine Frage der Prioritäten.

Entweder oder…: 

1. Zuhören oder Schreien?
Ich würde sagen Zuhören. Aber ich glaube, dass ich schreien kann!      
2. Suchen oder Finden?
Beides. Es gibt ein komplexes Verhältnis von Schönheit und Traurigkeit, das mit beiden Begriffen verbunden ist. Wenn du gefunden hast, wonach du suchst – was dann?
3. Handeln oder Reagieren?
Handeln.            

 

Kreation von Štěpán Pechar: Ensemble des Bayerischen Staatsballetts © Wilfried Hösl
Probenfoto der Kreation von Štěpán Pechar: Ensemble des Bayerischen Staatsballetts © Wilfried Hösl

 

Mehr über ihn in seiner Biographie oder dann im vollständigen Interview im Programmbuch zu Junge Choreographen 2018.

Interview von Margaux Duteil und Antonia Hostlowsky

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