Bitte lassen Sie Ihre Hosen an!

AprilscherzSpencer Tunick

Das ganze Jahr über ist die Online-Redaktion bemüht, alles richtig zu machen. Newsletter und Meldungen formulieren wir möglichst klar und präzise, in Ankündigungen dürfen keine wichtigen Künstler, Daten oder Links vergessen werden. Nur einmal im Jahr können wir richtigen Blödsinn machen: Am 1. April nämlich! Dieses Jahr haben wir nach dem Nackt-Vorstellungen eingeladen.

Natürlich haben die meisten unserer Leser die Meldung sofort als bloßen Aprilscherz durchschaut. Dennoch meldeten sich einige Zuschauer mit besorgten und auch empörten Fragen zurück: Ob man denn optional nackt sein könne oder ob das gesamte Publikum zur Nacktheit verpflichtet sei, fragte ein besorgter Besucher der Festspielpremiere von Monteverdis „L’Orfeo“. Ein User beschwerte sich auf Facebook über solche „doofe Aktionen für alternativ eingestellte Wohlstandsbürger“. Eine andere Zuschauerin fragte per Mail: „Wurde nicht die Bestuhlung gerade erst einer Generalüberholung unterzogen? (…) Warum nackte Zuschauer auf mit Steuer- und Sponsorengelder teuer sanierten Stühlen?“ Die meisten von Ihnen jedoch nahmen’s mit Humor und teilten die Meldung eifrig von unserer Website in den sozialen Medien: Insgesamt weit über 1000mal wurde der Artikel auf Facebook und Twitter verbreitet.

Und alle Kritiker haben natürlich recht: Das wäre purer Blödsinn. Lassen Sie also bitte Ihre Hosen an!

Hier nochmals die Meldung im Wortlaut:

Nackt in die Oper!

Zwei Jahre nach Spencer Tunicks spektakulärer Ring-Aktion zieht sich München endlich wieder aus: Ab sofort wird die Bayerische Staatsoper in regelmäßigen Abständen Nackt-Vorstellungen für ihre Zuschauer anbieten.

Im Rahmen dieser Aufführungen ist das Publikum aufgefordert, seine Kleidung an den Garderoben abzugeben, die für diesen Zweck erweitert werden. Die erste Vorstellung dieser Art wird die Festspielpremiere von L’Orfeo am 20. Juli sein.

Intendant Nikolaus Bachler: „Die Premiere von Claudio Monteverdis Oper scheint uns für diese Aktion der genau richtige Rahmen zu sein. Orpheus, der Künstler, tritt den Göttern des Hades in seiner aller Äußerlichkeiten entkleideten Menschlichkeit entgegen. Dieses ursprüngliche Erleben ‘um einen Leib aus nichts als Glanz’, wie es Rilke umschreibt, wollen wir nun auch unserem Publikum ermöglichen.“

Damit die Bestuhlung nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, werden an alle Besucher raschelfreie Plastikunterlagen verteilt. Aus Gründen des Denkmalschutzes bittet die Bayerische Staatsoper darum, auf Körperfarbe zu verzichten.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Gerne beantworten wir unter internetredaktion@staatsoper.de Ihre E-Mails zum Thema „Nackt in die Oper“!

Kommentare

  • Am 03.04.2014 um 16:28 Uhr schrieb Michaela Mann

    Sorry, aber wirklich witzig fand ich diesen Aprilscherz nicht. In den vergangenen Jahren fand ich eure Scherze besser gelungen!

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