August Everding: Höhepunkte eines Theaterlebens

Heute, am 26. Januar 2019, jährt sich August Everdings Todestag zum 20. Mal. Der Theatermacher leitete fünf Jahre lang die Bayerische Staatsoper und brachte in dieser Zeit 41 Neuproduktionen auf die Bühne, bei sechs davon führte er selbst Regie. Als Regisseur, Generalintendant der Bayerischen Staatstheater und Pädagoge setzte er sich anhaltend für die Theaterlandschaft ein. Wir blicken auf einige Höhepunkte seines Schaffens an der Bayerischen Staatsoper zurück.

August Everding bei einem Gemeinschaftstag der Bayerischen Staatsoper

1. Das Oktoberfest auf der Bühne (1979)

„Die Meistersinger von Nürnberg“ 1998

Sakrileg oder zusammenbringen, was zusammengehört? Für den Schluss seiner Meistersinger-Inszenierung brachte August Everding 1979 zusammen mit Jürgen Rose (Bühne und Kostüme) das Oktoberfest auf die Bühne des Nationaltheaters: Zunächst heftig umstritten, später Kult.

2. Ein Feld aus Klatschmohn (1980)

Die legendäre Szene im zweiten Akt seiner Inszenierung von Tristan und Isolde (1980, Bühne/Kostüme: Herbert Kapplmüller), in der sich die Liebenden in einem riesigen Feld aus rotem Klatschmohn begegnen, ist ein bestechendes Beispiel für Everdings Fähigkeit, Sängerdarsteller und Räume zusammenzudenken. Eine Inszenierung, die „Wagners Musikdrama im Unterschied zu den älteren Aufführungen nicht nur illustriert und atmosphärisch umrahmt, sondern mit szenischen Mitteln interpretiert“. (Jürgen Schläder)

Szene aus „Tristan und Isolde“ (1980)

3. Stars auf der Bühne (1977)

Facebook-Post von Placido Domingo (Screenshot)

In seinen fünf Jahren als Intendant setzte Everding Akzente. Ein Coup: Das Engagement von Placido Domingo für die Titelrolle von Jules Massenets Werther (1977, Münchner Erstaufführung in der Regie von Kurt Horres.) Domingo hatte zwar schon früher in München gesungen, an sein internationales Rollendebüt als Werther an der Seite von Brigitte Fassbaender aber erinnern sich viele bis heute immer wieder besonders gerne – auch der Künstler selbst.

 

4. Für immer und ewig (1978)

Als August Everdings Neuinszenierung von Mozarts Die Zauberflöte am 30. 10. 1978 im Nationaltheater Premiere hatte, war noch nicht absehbar, was für eine fast beispiellose Repertoiregeschichte an diesem Abend beginnen sollte: 2019 steht die Inszenierung immer noch auf dem Spielplan! Die Bayerische Staatsoper setzte sich zum 40-jährigen Jubiläum im Herbst 2018 im Jubiläumsprojekt Geliebt, Gehasst und Trotzdem Treu mit dem Phänomen auseinander.

August Everdings Inszenierung von „Die Zauberflöte“

5. Ein Regisseur seiner Zeit (1991)

Aus dem Spielplan 2019 nicht mehr ersichtlich, aber dennoch wichtig: August Everdings Arbeit mit dem zeitgenössischen Musiktheater. Spektakulär: Seine Uraufführungsinszenierung von Krzysztof Pendereckis Ubu Rex im prallen Bühnenbild von Roland Topor zu den Münchner Opernfestspielen 1991. Während seiner Zeit als Intendant realisierte er 13 Werke aus dem 20. Jahrhundert und sieben Uraufführungen.

Szene aus „Ubu Rex“ 1991
Eugust Everding bei den Proben zu „Ubu Rex“

Unser Publikum hat sicher viele gute Erinnerungen an August Everding. Wir wollen wissen: Was ist Euer persönliches Highlight?

Kommentare

  • Am 28.01.2019 um 19:46 Uhr schrieb

Neuer Kommentar