Geschlicker – Geschichten aus dem Bauch der Welt.

Das RheingoldRing Des NibelungenRichard Wagner

edanken und Worte, ganz ungeheuer aneinandergebunden, aber so mir nichts dir nichts in einer Reihe, so dass ganz leise, wider Erwarten, ein Gewebe entsteht. So war’s mit dem Ring, mit dem Ringen im Netz.

Ein Text von Manuela Hartel zu Inhalten der Ring-Website www.ring.staatsoper.de

Die Rheintöchter… und der Alberich. So viel Gezanke und Geschlicker. Ein Baum in der Welt, ein Wall, eine Burg im Buch von Gott. Die einen schlafen, die anderen bald. Die Blätter flüstern. Es ist, als knittere das Laken unter Alberichs schlüpfrigen Zehen, als flöte und necke sie per Telefon den Armen. Immer wieder, immer wieder bis – der Ring flittert und flirrt. Kreist, kreisend, herum. Versteht die Welt nicht mehr und zäumt wie Wind den Atem.

Da dröhnt’s aus der Tiefe und auch von fern, die Riesen, die haarigen Rücken. Wie Spinnen im Netz, wie Tinte in Milch, saugen sie ein die Geschichte… in die Tunnelspirale, in die Es-Dur-Wolke, das Gold ist in jedem Meer. Die Hände in Unschuld, die Regeln gesucht im Buch, im Vertrag, in der Milch. Aller Welten Klänge, aller Klänge Welten, schwimmen in der Suppe. In Wagners Wiegenlied. Schnell umgerührt mit dem Löffel. Und bang, bang ist es der Holden. Bis lautlosen Schrittes und tückischen Blickes die Urmutter den Mund auftut und warnt und garnt und säuselt. Siehste wohl, jetzt ist’s vorbei…

Doch am Ende ist’s der Dämm’rung Anfang… und aller Anfang schwelgt im Gold. Beherzt daran, kein Kopf, kein Brust, die zarten Finger langen eins ums andre an… bis hin zum Weh. Bis hin zu kurzen und ganz ungeheuer malerischen Lauten, beschreiben, befüllen, bespielen die Motive die spiegelblanke Oberfläche. Geschichten, und ein ums andre, viel Gehörtes, viel Geseh’nes, zusammengetragen im Bauch der Welt.

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