FALSTAFF: Das (andere) Finale

Regisseurin Mateja Koležnik hat lange überlegt, wie sie das Finale von Falstaff inszenieren sollte. Ein krachendes Ende mit dem ganzen Chor auf der Bühne schien in Zeiten von Corona nicht möglich. Wie sollte man dem Komponisten Verdi dann aber gerecht werden? Der tatsächliche Schluss ihrer Inszenierung kommt für viele dann wie ein Schock. Und Reinhard J. Brembeck schreibt in der Süddeutsche Zeitung dazu: „So formuliert die Bayerische Staatsoper ganz ohne zu Jammern ihren Protest gegen den Kunstlockdown als Kunst. Es ist ein beunruhigendes und aufwühlendes Finale, eine offene Frage, ein Schrei ohne Ton.“ Und wie erklärt die Regisseurin ihr Ende?

„Es gibt eine Stelle in der Oper, da sagt Falstaff, es müsse ein Körnchen Salz im Leben geben, die Welt wäre sehr eintönig ohne uns Komödianten. Deswegen wollte ich genau an dieser Stelle abbrechen. Damit will ich allen, die in diesen Zeiten Theater schließen, zurufen, wie nötig wir Kunst haben, dass wir auch etwas anderes brauchen als unsere Smartphones. Eine Zivilisation, die Kunst nicht pflegt, wird barbarisch. Kunst wie unnötigen Luxus zu behandeln, finde ich nicht nur dumm, ich halte es für gefährlich.“

FALSTAFF: Das Finale

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