Die unmögliche Enzyklopädie: Obsession

Unmögliche Enzyklopädie

"Obsession" - das Thema des Abends von Christian Blank als Streetart-Aktion realisiert
"Obsession" - das Thema des Abends von Christian Blank als Streetart-Aktion realisiert

Die Unmögliche Enzyklopädie ist jedes Mal anders. Jetzt war sie erstmals zu Gast bei einer anderen Münchner Kulturinstitution, der außerordentlich gastfreundlichen Villa Stuck.

Nicht ganz zufällig: Denn das Thema, Obsession, entsprungen u.a. aus den Vorbereitungen zur Lulu-Neuinszenierung, ist auch dem einstigen Hausherrn der Künstlervilla nicht ganz fremd gewesen. Da Obsession ein so schillernder Begriff ist, zwischen Zwang und Lebensziel changierend, gab es in einem Parcours durch die historischen Räume diverse kleine Entdeckungen zu machen – den Streetart-Künstler, der sich in der zwanghaften Wiederholung immergleicher Tags auslebt, der arrivierte Malerfürst im nächtlichen Schaffensrausch, der Musiker, der nicht nachlassen kann, ob mit oder ohne Publikum, die Komponisten, die sich unermüdlich an bestimmten Klangkonstellationen abarbeiten, die zwanghaften Abweichungen vom normalen Verhalten, der Voyeur, der seine Mitmenschen durchs Objektiv seiner Kamera festzubannen versucht, der Sisyphos, der nie zufrieden ist und deshalb immer wieder dasselbe tut, der Büchernarr, dem das bedruckte Papier zur Parallelwelt wird … –, bis dann im Expertengespräch mit Prof. Dr. Dr. Andreas Hillert, Psychotherapeut, Psychiater und Archäologe, und Prof. Dr. Armin Nassehi, Kultursoziologe mit Affinität für alles Musische, die feinen Unterschiede der Begriffe Obsession, Zwang und Sucht in eine produktive Verwirrung umgesetzt wurden. Frauke Burg sang das Lied der Lulu, Jean-Pierre Collot spielte wie besessen hochvirtuose Musik von Salvatore Sciarrino, Hans Abrahamsen und Alexander Skrjabin.

"Obsession" - das Thema des Abends von Christian Blank als Streetart-Aktion realisiert
"Obsession" - das Thema des Abends von Christian Blank als Streetart-Aktion realisiert
Am Beginn des Abends stand für das Publikum ein Rundgang durch die historischen Räume der Villa Stuck.
Am Beginn des Abends stand für das Publikum ein Rundgang durch die historischen Räume der Villa Stuck.
Schreiben, schreddern, schreiben, schreddern... Sysiphos bei der Arbeit.
Schreiben, schreddern, schreiben, schreddern... Sysiphos bei der Arbeit.
Schauspieler Gunther Eckes las aus Elias Canettis Roman "Die Blendung".
Schauspieler Gunther Eckes las aus Elias Canettis Roman "Die Blendung".
Kurze Pause
Kurze Pause
Zeit für die Betrachtung von Franz von Stucks Kunstwerken
Zeit für die Betrachtung von Franz von Stucks Kunstwerken
Nach dem Rundgang durch das Haus traf sich das Publikum wieder im Lichthof der Villa Stuck.
Nach dem Rundgang durch das Haus traf sich das Publikum wieder im Lichthof der Villa Stuck.
Pianist Jean-Pierre Collot spielte Werke von Salvatore Sciarrino, Hans Abrahamsen und Alexander N. Skrjabin.
Pianist Jean-Pierre Collot spielte Werke von Salvatore Sciarrino, Hans Abrahamsen und Alexander N. Skrjabin.
Mit dem Dramaturgen Malte Krasting diskutierten der Psychiater Prof. Andreas Hillert und der Soziologe Prof. Armin Nassehi.
Mit dem Dramaturgen Malte Krasting diskutierten der Psychiater Prof. Andreas Hillert und der Soziologe Prof. Armin Nassehi.
Sopranistin Frauke Burg mit dem "Lied der Lulu" aus Alban Bergs Oper
Sopranistin Frauke Burg mit dem "Lied der Lulu" aus Alban Bergs Oper
 
 

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