Auf der Probe von "La Juive"

Ein furchtbarer Religionskonflikt, Liebe, Hass bis in den Tod: Fromental Halévys La Juive ist keine Oper der einfachen Themen. Doch Regisseur Calixto Bieito ist mit schwierigen Stoffen bestens vertraut: Nach Fidelio (2010) und Boris Godunow (2013) inszeniert der Spanier nun zum dritten Mal an der Bayerischen Staatsoper.

Seine Version der Grand Opéra (übrigens eine der meistgespielten Opern des 19. Jahrhunderts!) spielt in einem neutralen Raum, der keine religiöse Ikonographie aufweist. Das gigantische Bühnenbild hat Rebecca Ringst entworfen: Es ist eine meterhohe, fahrbare Mauer, deren Einzelteile beliebig weit nach unten klappen können. Bieito beleuchtet in seiner Inszenierung weniger den in der Oper explizit beschriebenen Religionskonflikt, sondern verweist auf die grundsätzlichen Mechanismen von Fanatismus, die uns heute nach wie vor beschäftigen. Die Themen Massendynamik und das Aufhetzen von Menschengruppen stehen dabei genauso im Zentrum wie der Topos des Sündenbocks.

Nach fast 100 Jahren (die letzte Aufführung an der Bayerischen Staatsoper war im Jahr 1931) kehrt dieses Werk nun nach München zurück. Sehen Sie in unserer Probengalerie (alle Fotos von Wilfried Hösl), wie u.a. Aleksandra Kurzak und Roberto Alagna mit Calixto Bieito und Bertrand de Billy arbeiten und verschaffen Sie sich einen Eindruck von dieser außergewöhnlichen Produktion! 

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