Willkommen in München, Spartacus!

12/06/2016

Am 22. Dezember 2016 feiert das Ballett Spartacus im Münchner Nationaltheater Premiere. Wie aber wird die Kleidung von Sklaven, Legionären und römischem Adel in Kostüme für das Ballett verwandelt? Was trägt Spartacus? Wie kleidet sich Crassus? Antwort auf diese Fragen findet Ihr unter der Kuppel im 8. Stock des Nationaltheaters:

Im Kostümwesen fügen sich Stoffe und Farben zu einem Labyrinth aus Garderobenständern zusammen. Auch die Kostüme für Spartacus ruhen hier. Diese haben bereits eine lange Reise aus Russland hinter sich: Sie wurden in Moskau entsprechend dem Original der Uraufführung am Bolschoi Theater im Jahr 1968 angefertigt und anschließend nach München transportiert.

Die Kostüme der römischen Soldaten und ihres Feldherrn Crassus vereinen Gold und Silbertöne, Kupfer, Schwarz und metallähnliche Farben. Auf dem Brustpanzer bilden sich Muskelstränge ab – ein Hinweis auf den kampfgestählten Körper des Trägers? Damals ein unnachgiebiger Schutz vor dem feindlichen Schwert, fühlt sich der Panzer jetzt weich an, das Kostüm ist elastisch. Lederriemen lugen unter dem Brustteil hervor und bedecken Schultern und Oberschenkel. Crassus, in dessen Figur sich militärische Führung und römischer Adel vereinen, trägt prächtige Togen und einen Panzer, der mit Juwelen sowie dem Adler, dem Wahrzeichen des Römischen Reiches, versehen ist. Die Garderobe von Aegina, der Kurtisane von Crassus, ähnelt in Farbe und Aufmachung der des Feldherrn. Das Haupt der Patrizierinnen hingegen zieren Perlen und sie kleiden sich in hellen Tönen: Creme, Rosa und Gold.

Das römische Reich erstreckte sich über Teile Europas, Asiens und Afrikas, viele Menschen wurden durch Eroberungsfeldzüge zu Kriegsgefangenen. Die Kostüme von Spartacus und den anderen Sklaven spiegeln das Schicksal dieser Knechtschaft wider: Die Materialen aus Wolle und Fell sind gröber und oft mit Ketten versehen. Auch Phrygia, die Geliebte von Spartacus, trägt nur ein schlichtes braunes Kleid, das von einer unscheinbaren, kupfer- und bernsteinfarbenen Brosche zusammengehalten wird. Und man trifft noch auf andere Gegenstände, die schwer von der Geschichte um Spartacus zu trennen sind: Auf dem Boden eines Kostümständers ruhen die Helme der Gladiatoren, mit Gold und Bronze besprüht und einem roten Kamm gekrönt.

All diese Kostüme und Accessoires warten hier auf ihren Einsatz im Dezember im Nationaltheater – es sind viele, immerhin stehen 70 Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne. Ein Großteil der Kleider liegt eng am Körper an und zeigt die Figur. Wer Tutus sucht, der wird nicht fündig…

Verfasst von: Alexandra Smolorz

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Kommentare

  • Am 09.12.2016 um 19:29 Uhr schrieb Joseph

    Kostüme von Spartacus

    Ich denke die Kostüme von Spartacus und den anderen Sklaven spiegeln das Schicksal dieser Knechtschaft wider...Aber warum Phrygia,trägt nur ein schlichtes braunes Kleid?
    Joseph aus https://www.debtconsolidation.mom

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