Glanzleistungen hinter der Bühne

09/06/2016

Während die Staatsoper nach den erfolgreichen Opernfestspielen im Juli in die wohlverdienten Ferien gegangen ist, blieb ein kleines Team in München zurück, um die Europatournee des Bayerischen Staatsorchesters weiter vorzubereiten. Guido Gärtner, im Hauptberuf zweiter Geiger des Staatsorchester, ist der Geschäftsführer der KonzertGmbH des Bayerischen Staatsorchesters und federführend für die Tournee verantwortlich. Verträge, Sponsoren, Verhandlungen für Live-Übertragungen und nicht zuletzt Sprachrohr zwischen dem Orchester, Kirill Petrenko, den einzelnen Häusern und der Geschäftsführung machen ihn zu einem der wichtigsten Player der Tournee. Dabei gilt es mit viel Geschick und Diplomatie das möglichst optimale Ergebnis für jeden einzelnen herauszuholen.

Und Mirjam Nix aus dem Orchesterbüro der Bayerischen Staatsoper: Sie kümmert sich um die Instrumententransporte, Carnets, die Wünsche der Musiker und die Reisepläne jedes einzelnen. Erkrankte Musiker sind zu ersetzen, die Noten für die Proben vorzubereiten, die Fräcke und Lackschuhe müssen immer vollständig in den Kisten sein. Kein auch noch so kleines Instrument oder Zubehörteil darf fehlen oder vergessen werden.

Das Carnet (eine Art Reisepass für materielle Güter) ist heute dann das heiligste Dokument und es war schon ein bisschen aufgeregend, ob der Zollbeamte alles so abnimmt wie geplant. Direkt nach dem Konzert, während die Musiker den Auftaktserfolg feiern, wurden gestern die LKWs wieder beladen. Mirjam Nix und Christian König (Stage Manager) standen dabei mit endlos lang scheinenden Listen im Ladebereich und deligierten in welchen LKW welche Kiste gepackt werden muss. Es erinnerte fast ein bisschen an den Dirigenten mit seiner Partitur der die Instrumente zum richtigen Ziel führt. Schließlich sollten die LKWs nach dem gestrigen Konzert, die Instrumente vollständig an unser nächstes Ziel, Luzern, bringen. Auch für die Grenzbeamten ist es nichts alltägliches 120 Instrumente zu begutachten und so dauert es dann doch etwas bis das gesamte Bayrische Staatsorchester in die Schweiz einreisen darf. Nachdem alles nochmal geprüft wurde, gibt es dann doch noch das Go!

Die Instrumente werden in extra klimatisierten LKWs transportiert, dafür gibt es mittlerweile auch profesionelle Speditionen, die nicht nur das Bayerische Staatsorchester an andere Orte bringen, sondern von Berlin bis Wien im gesamten deutschsprachigen Raum tätig sind. "Das ist auch deswegen wichtig, weil die Fahrer wissen, welches Theater welche Einfahrten hat. Paris zum Beispiel ist relativ schmal und man muss wissen wie man den Weg am besten wählt", meint die musikalische Direktorin Anette Zühlke, die wie das alles überwachende Auge im Hintergrund tätig ist.

Dank dieser großartigen organisatorischen Leistungen im Hintergrund der Tournee kann das zweite Konzert nun kommen!


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