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5.05.14

Pool und Palmen aus Farbe

Liebeswirrwarr im Urlaubsparadies: Ein thailändisches Ferienressort hat Bühnenbildner Stefan Hageneier zu Bohuslav Martinůs Mirandolina für die Bühne des Cuvilliés-Theaters entworfen. Nach hinten begrenzt wird die Vorderbühne in dieser Produktion des Opernstudios durch einen 344 Quadratmeter großen gemalten Prospekt mit Pool, Palmen und Strandhütte. Wie er entstanden ist, erzählt hier Jens van Bommel, Leiter des Malersaals der Bayerischen Staatsoper.

Zunächst einmal lieferte Stefan Hageneier eine Vorlage für den Rundhorizont im Maßstab 1:25. Diese dient den beiden Malern Magdalena Hasenbeck und Jens van Bommel in den nächsten sechs Wochen als verbindliches Schema für ihre Arbeit.

Aller Anfang ist – leer: Auf dem Boden des Malersaals ist da zunächst nicht mehr als der weiße Nesselstoff mit einer Größe von sage und schreibe 28,7 × 12 Metern.

Mit Hilfe einer Rasteraufteilung wird das Motiv mit Kohlestäben auf quadratmetergroße Felder aufgezeichnet, um die maßstäbliche Übersetzung zu gewährleisten.

Dann werden die verschiedenen Schattentöne angelegt. Lasur und Helligkeiten folgen später.

Im nächsten Arbeitsschritt wird die gelbe Lasur darüber gezogen.

Danach werden die Helligkeiten eingearbeitet – und das Bild ist schließlich fertig. Hier ist es von der Malersaalbrücke aus zu sehen. Insgesamt sechs Wochen haben die beiden Maler daran gearbeitet, 85 Liter Farbe wurden verbraucht.

Wie sehr man mit der Farbigkeit des Prospekts spielen kann, zeigen diese Aufnahmen aus der Aufführung: Das Lichtdesign von Thomas Wendt gibt dem Prospekt je nach Stimmung eine andere Färbung.

Von Jens van Bommel

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Kommentare (1)

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  1. Ich besuche gern die Vorstellungen im Nationaltheater. Man kann in München wirklich Weltklasse-Sänger hören (Kaufmann, Harteros, Tezier, Georghiu usw.), aber was dem Publikum manchmal an Inszenierungen zugemutet wird, ist schlimm!! Ich denke an Macbeth, Trovatore (igitt!) und letztens Forza. Muß das eigentlich sein, daß man den Inhalt derart verhunzt, daß man die Geschichte nicht mehr erkennt? Wer braucht so was? Die Sänger sicher nicht, wohl aber offenbar die “Künstler”, die sich diesen Unsinn ausdenken! Schade!

    — Ingrid Schwarz · 8.05.14 · #




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