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22.05.12

Ein Sattel für Romeo

Aus allen Garderoben hört man die Stimmen der Sänger, die sich einsingen. Auf den Garderobengängen werden die Kostüme, gerade frisch gebügelt und gedämpft, bereit gehängt. In der Maske wird der letzte Schliff am Make-up vollbracht, und schließlich sammeln sich die ersten Choristen hinter der Bühne, um pünktlich zu Beginn der Aufführung auf die Szene zu treten. Überall spürt man Spannung, Vorfreude, Erwartung und dann und wann auch ein wenig Lampenfieber, schließlich wird die Vorstellung als Live-Stream übertragen. Neben den 2.101 Zuschauern im Saal wird es also auch viele tausende Opernbegeisterte geben, die sich die Live-Übertragung der Aufführung im Internet ansehen werden.

An diesem Abend steht die Liebesgeschichte schlechthin auf dem Spielplan: „I Capuleti e i Montecchi“, Vincenzo Bellinis Adaption des Romeo und Julia-Stoffes. Der Zwist der beiden rivalisierenden Häuser wird in keiner Schlacht auf offener Bühne ausgetragen, selbst wenn diverse Drohungen der Protagonisten darauf schließen lassen würden, sondern wird im Bühnenbild symbolhaft durch ein Schlachtengemälde an den Wänden und Sättel im Schnürboden angedeutet.

Nach einem verhinderten Hochzeitsfest und einer berührenden Apotheose der beiden Liebenden sind alle Bühnen„schlachten“ geschlagen – und überall erleichterte und erfreute Gesichter zu sehen.

Von Claudia Küster

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