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10.12.12

„Oh, figlia mia!“ – Bilder von Vätern und Töchtern, Teil 1

Angelika Wolf und ihr „Papalino“

Mein Papalino war ein so genannter „später“ Vater, schon 49 Jahre alt, als ich zur Welt kam. Er war gelassener als die jungen Väter meiner Freundinnen. Ich habe zu ihm aufgeschaut, ihn bewundert und verehrt. Er hat mich nie klein gemacht, sondern immer als gleichwertigen Partner behandelt. Partner, die sich durch gegenseitigen Respekt, Achtung entgegenbrachten, basierend auf einer sehr innigen Liebe. Mit dieser Liebe und sehr viel Verständnis wurde ich erzogen, nicht mit Strenge und Vorschriften. Mein Papalino war mein bester Freund, ein Partner, der an meinem Leben teilgenommen hat. Ihn hat alles interessiert, was mir wichtig war.

Dann bekam er einen Schlaganfall und wurde zum Pflegefall. Da haben sich die Rollen verschoben. Er wurde in gewisser Weise zu meinem Kind. Ein Kind, dem ich ebenso viel Liebe und Verständnis entgegenbrachte, wie ich es von ihm bekommen hatte. Durch seine Weisheit und Güte habe ich viel für mein Leben gelernt.

Heute bin ich dankbar, dass ich das Glück hatte, diesen Vater gehabt zu haben, denn einen Vater gibt es oft, aber keinen Papalino.

Julia Bauer und ihr Vater

So tragisch wie bei Rigoletto und seiner Gilda geht es bei uns nicht zu, aber blutig allemal: Das Bild zeigt uns nach unserer ersten gemeinsamen Operation. Im Rahmen meines Medizinstudiums machte ich eine Famulatur im Krankenhaus und wie es der Zufall wollte, kam es durch einen Notfall dazu, dass ich erstmalig meinem Vater während einer Operation assistierte. Seine Geschicklichkeit beeindruckte mich und gleichzeitig spürte ich, dass auch er stolz auf mich war… Es gab zur allgemeinen Freude keine Leichen und auch ein möglicher Fluch scheint uns bisher zum Glück erspart geblieben zu sein!

Dr. Werner Motyka und Marie

2002, meine Tochter Marie war damals sechs Jahre alt, der erste Tag am Meer, zum erstenmal die Füße im Wasser. Noch ein bisschen zurückhaltend, aber an Vaters Hand Vertrauen fassend …

Sandra und Jürgen Dippel

Hier sind mein Vater und ich im Partnerlook zu sehen. Außerdem schon recht nervös, weil gleich unsere Whale Watching Tour los ging. Das war in Tofino auf Vancouver Island und wir konnten später richtig tolle Fotos von den Walen schießen.

Kathrin Rodemeier und ihr Vater

Dieses Foto entstand Ostern 2011 in Italien. Ich war zu diesem Zeitpunkt Aupair in einer englischen Familie und besuchte meine Familie im Urlaub am Gardasee. Leider war mein Vater während meines Aufenthaltes in England an Nierenkrebs erkrankt, die Krankheit konnte aber dank einer Vorsorge schnell erkannt und durch eine Operation geheilt werden. Für mich war das einfach unglaublich, weil diese Art von Krebs erst sehr späte Symptome zeigt und dann meistens nicht mehr oder nur schwer mit einer Chemotherapie zu bekämpfen ist. Das Foto zeigt mich und meinen Papa bei unserem ersten Wiedersehen nach der Operation. Er ist also wieder gesund. Ich war doppelt glücklich, weil ich meine Familie nach langer Zeit endlich wiedersehen konnte mit dem Bewusstsein, dass das nicht immer selbstverständlich ist.

Teresa und Andrej Raima

Andrej und Teresa (5 Monate) posieren mit unserem Königspudel Nacho.

Natalie Raima und ihr Vater

Unser 5. gemeinsamer Marathon in Berlin 2008. Von Papi habe ich das Laufen gelernt.

Roseline Ritthaler und ihr Vater

Eine wunderschöne Erinnerung an einen sonnigen Tag im Februar 1981: Dieses Bild wurde im kleinen Dorf Cabris (Südfrankreich, Côte d’Azur), dem Heimatort meines Vaters aufgenommen, der im Oktober 2001 leider viel zu früh gestorben ist. Ich selber bin inzwischen 55 Jahre alt, komme aus Grasse, wohne aber schon 35 Jahre in Bad Tölz. Ich habe zwei Kinder, die schon erwachsen sind. Meine Tochter Céline wird übrigens bei Rigoletto als Statistin auf der Bühne stehen.

Oresta und George Cybriwsky

Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1996. Mein Vater war gekommen um mich bei meiner ersten Soloklavier-CD-Aufnahme musikalisch zu unterstützen. Es war eine Riesenbereicherung wieder mit ihm zu arbeiten! Ich war bewegt und überrascht wie genial er als Pädagoge war, vor allem mit mir, die sich oft wenig sagen lässt. Er war mein erster Klavierlehrer bis ich 13 Jahre alt wurde, dann übergab er mich einem anderen Lehrer. Ich habe dann ihm diese CD gewidmet, als Dankeschön für die Musik, die er mir in die Wiege gelegt hat. Bald danach bekam ich einen Anruf von Zuhause, dass mein Vater mit Bauchspeicheldrüsenkrebs im Krankenhaus liege. Ich bin sofort nach Hause geflogen, und als ich ihn dort liegen sah, mit meiner CD auf seinem Bauch, war ich zutiefst dankbar, dass ich ihm mit meiner Widmung noch Danke sagen konnte. Acht Monate später starb er.

Sabrina Heck und ihr Vater

Entstanden ist dieses Foto im Jahr 2010. Ein traumhaftes Weihnachten zu Hause im Schwarzwald! Es hatte ungewöhnlich viel geschneit in den Stunden und Tagen zuvor und am ersten Weihnachtsfeiertag spazierten wir durch meterhohen pulvrigen Schnee, was ganz schön mühsam war. Wir waren hingerissen von der weißen Pracht, die die Landschaft unter sich begrub und von der Stille – als ob der Schnee alle Geräusche geschluckt hätte.

Sophie und Horst Hippmann

Dieses Bild stammt von der gemeinsamen Geburtstagseinladung von Sophie und Horst: Im Jahr 2011 wurde Sophie 30 und Horst 70, wir feierten also den Hundertsten. Beide sind Ingenieure und Dickschädel.

Helga Würtz und Lukas Köberle

„Pelz“ erinnert an ein Geheimnis um meinen Vater. Für Walser Bergbauern bedeutete die plötzliche Zimmersuche betuchter Städtler ein Zubrot. Dafür räumte man Schlafgemächer. Die Freude war groß, wenn noch eine Pelzträgerin dabei war. War der Neuzugang auf dem Zimmer, wurde über die pelzige Zudecke verhandelt. So kam es vor, dass auf einem solchen Fellkleid über Nacht junge Kätzchen gesäugt wurden. Und das, habe ich meinem Vater versprochen, musste unser Geheimnis bleiben.

Von Die Leser dieses Blogs

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